Deutsche im Südkaukasus und deutschsprachige Medien in Georgien

Tiflis (dpa) - Die «Kaukasiendeutschen» bildeten einst eine echte Minderheit als deutschstämmige Einwohner

des Russischen Reiches und später der Sowjetunion. Sie kamen meist aus württembergischen und hessischen Gebieten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu Zarenzeiten nach Russland. Deutsche Siedlungen gab es in Georgien und in den anderen südkaukasischen Regionen Aserbaidschan und Armenien sowie im Nordkaukasus, der heute zu Russland gehört.

Um 1920 existierten in Georgien mehr als 20 von «Kaukasiendeutschen» gegründete Dörfer sowie den Stadtteil Neutiflis, in dem vor allem Handwerker, Kaufleute und Hoteliers lebten. Dort erschien auch der Vorläufer der «Kaukasischen Post». Die deutschen Siedler machten aus der fruchtbaren Vorgebirgssteppe nutzbares Land, nicht wenige konzentrierten sich auf den Weinbau.

In den 1930er Jahren - unter dem sowjetischen Diktator Josef Stalin - waren auch die deutschstämmigen Siedler im Kaukasus massiven politischen Verfolgungen ausgesetzt. 1941 - im Jahr des Überfalls Hitler-Deutschlands auf die Sowjetunion - ließ Stalin mehr als 45 000 «Kaukasiendeutsche» nach Sibirien sowie nach Kasachstan in Zentralasien deportieren. Nur wenige kehrten in den Kaukasus zurück.