Moskau (dpa) - Der Ukrainekonflikt hat Ost und West in die schlimmste Krise seit Ende des Kalten Krieges gestürzt, mit Einreiseverbot und Sanktionen. Trotzdem existieren zahlreiche Berührungspunkte, an denen sich Russland, die USA und die EU brauchen. Eine Auswahl:
SYRIEN: Russland sieht sich als Ordnungsmacht in dem Bürgerkriegsland und will «die Syrer selbst» über den umstrittenen Machthaber Baschar al-Assad bestimmen lassen. Der Westen will mit Moskau kooperieren, Assad aber keine politische Zukunft in Damaskus zugestehen.
NORDKOREA: Russland warnt - gemeinsam mit dem Westen - das Nachbarland vor atomarer Hochrüstung. Moskaus Einfluss auf Pjöngjang gilt als groß, Putin hatte Staatschef Kim Jong Un zuletzt zur Weltkriegs- Siegesfeier am 9. Mai auf dem Roten Platz eingeladen.
IRAN: Die Beziehungen zwischen Moskau und Teheran sind eng. Ohne Vermittlung aus Russland wäre US- Präsident Barack Obama zufolge die Einigung im Atomstreit mit dem Iran kaum möglich gewesen.
UKRAINE: Russland betont immer wieder, keine Konfliktpartei in der Ostukraine zu sein. Moskau verfügt aber über massiven Einfluss auf die Separatisten - und unterstützt die Aufständischen auch materiell.
ENERGIE: Die EU bezieht rund 30 Prozent ihres Erdgases aus Russland. Experten warnen, dass eine solche Abhängigkeit «erpressbar» macht. Moskau ist aber seinerseits dringend auf die Einnahmen angewiesen und hat bisher verlässlich geliefert.
RAUMFAHRT: Die USA motteten ihre Space Shuttles 2011 ein. Seitdem sind US-Astronauten auf russische Transporter zur Internationalen Raumstation ISS angewiesen. Trotz der Konflikte buchte die Nasa unlängst weitere Plätze im Gesamtwert von 490 Millionen US-Dollar.
