DER FALL „REICHSBÜRGER“

Von Dr. Norbert van Handel

Da haben also 3.000 Polizisten in Deutschland ganze 25 so genannte Reichsbürger gefasst.
Geht man vom Verhältnis Österreich-Deutschland - etwa 1:10 - aus, dann hätten in Österreich 300 Polizisten 2,5 Reichsbürger gefangengesetzt.
Was immer die Reichsbürger wollen oder sind, es drängt sich die Frage auf, ob sie so gefährlich sind, dass die ganze deutsche Politik in Aufruhr ist.

Dies scheint uns doch etwas übertrieben – aber von außen weiß man nichts Genaues und kann nur Vermutungen anstellen.
Es ergeben sich vielmehr einige Fragen, wie es überhaupt dazu kommen kann, dass immer mehr Bürger gegen den Staat als solches sind?

Zum Beispiel:

  • Kann es sein, dass die Menschen zunehmend mehr verunsichert werden, wenn Spitzenpolitiker meinen: „Deutschland ist sch….“ oder „Patriotismus kotzt mich an“ u.s.w. Dürfen solche Leute eigentlich überhaupt Politik für ein Land machen, das sie so tief verachten?

  • Wir fragen uns, kann es vielleicht auch die so genannte politische Korrektness und die ganze Genderei sein, die den Menschen furchtbar auf die Nerven gehen, weil man nicht mehr sagen soll oder darf, was eigentlich Sache ist?

  • Kann es etwa sein, dass die so genannte Vergangenheitsbewältigung derartig inflationär geworden ist, dass sie wie eine Hintergrundmusik in einem Großkaufhaus oder eine endlose Warteschleife die Menschen begleitet, ob sie wollen oder nicht?
    Hier geht es nicht darum, dass den Schrecken des Holocaust natürlich in würdiger Form gedacht werden muss. Es geht noch viel weiter, wenn die ganze überwiegend positive Geschichte eines Landes ständig in den Dreck gezogen wird. Wie sollen da vor allem junge Menschen den Staat und seine Vergangenheit, die laufend herabgewürdigt werden, respektieren?

  • Ist es vielleicht so, dass die gesamte LGBQT u.s.w. - Politik die Menschen abstößt, nicht deshalb, weil die sexuelle Freiheit jedes Einzelnen toleriert wird, sondern vielmehr, weil LGBQT schlechthin zum Staatsziel wird? Kommt zur Quotenfrau nun auch der Quotenschwule?

  • Auch die heterogene Familie, die schlechthin die Keimzelle eines Staates ist, wird ständig zugunsten einer Politik, die alles was möglich ist auch möglich machen will, ersetzt.
    Kinder aus zerrütteten Familien sind am ehesten bereit zu Staatsverweigerern zu werden, wie eine Forschung jüngst ergeben hat.
    Ist es nicht vielleicht höchste Zeit, die christliche Familie wieder als Kernpunkt jeder Gesellschaft zu sehen und nicht die Ehe wie einen Mietvertrag zu behandeln, den man nach Lust und Laune kündigen kann?
    Und stößt es die Menschen nicht ab, dass überhaupt die christliche Kultur unserer Gesellschaft völlig verschwindet? Dass Symbole, wie Kreuze oder Feiertage, zunehmend mehr negiert werden, wobei leider auch die christlichen Kirchen ein gerütteltes Maß an Verantwortung dafür tragen.

  • Sind die Menschen nicht verstört, dass statt einer Friedenspolitik eine Kriegspolitik im tragischen Ukraine-Krieg gemacht wird? Statt alles zu tun, um diesen Krieg zu beenden, werden Waffen geliefert und damit der Krieg, den man angeblich nicht will, unabsehbar hinausgezogen.
    Ist nicht die Scheinheiligkeit auf den Höhepunkt getrieben, wenn man die bedauernswerten Ukrainer bemitleidet, gleichzeitig aber alles macht, damit der Konflikt weitergeht?

  • Könnte es vielleicht so sein, dass die Menschen es auch nicht verstehen, dass die einst starke Bundeswehr abgewirtschaftet wurde? Die Folge ist, dass ein Staat, der sich nicht mehr verteidigen kann und will, nicht mehr wert ist Staat zu sein.

  • Lehnen die Menschen vielleicht den Staat deshalb ab, weil seit der Willkommenspolitik 2015 die Grenzen weit geöffnet wurden für Immigranten, Asylsuchende, Wirtschaftsflüchtlinge etc., deren Kultur, deren Religion, deren Verhältnis zur Gewalt Gefahr läuft Deutschland total zu verändern?

  • Haben die Menschen vielleicht Angst, dass diese Art einer völlig fehlgeleiteten Politik dazu führt, die Jahrtausende alte Identität und überwiegend positive Geschichte des Landes schlecht zu machen und zu zerstören? 

  • Sind die Menschen vielleicht verzweifelt, weil eine völlig überbordende Bürokratie es ihnen kaum mehr möglich macht zu verstehen, was die Obrigkeit eigentlich will, und steht man dieser Entwicklung zunehmend hilfloser gegenüber?

Vielleicht sollte man in der Weihnachtszeit alle diese Fragen überlegen, diskutieren und versuchen Maßnahmen zu ergreifen, um den Staat von Grund auf zu ändern. 

Dazu braucht man Reichsbürger nicht, das betrifft uns alle!

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