Archiv. Die griechische Flagge zwischen zwei Europafahnen, aufgenommen am 26.01.2015 in Athen nach der Parlamentswahl in Griechenland. Foto: Michael Kappeler/dpa

Athen (dpa) - Wenige Stunden nach dem Spitzentreffen in Berlin zur
griechischen Finanzkrise herrschte in Athen Ratlosigkeit. Vor allem,
weil niemand in Athen Genaueres über den Inhalt des vermeintlich
letzten Angebotes der Gläubiger Griechenlands weiß. «Wir werden
sehen, was das für Maßnahmen sind und ob sie zugunsten des Volkes
sind oder nicht. Und dann werden wir entscheiden», sagte der
Fraktionssprecher der regierenden Linkspartei Syriza, Nikos Filis, im
griechischen Fernsehen Ant1 am Dienstagmorgen. 

In der Nacht zu Dienstag hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel,
Frankreichs Staatschef François Hollande sowie
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit der IWF-Chefin
Christine Lagarde und dem EZB-Präsidenten Mario Draghi über ein
mögliches Kompromissangebot an Athen beraten. Parallel zum Treffen in
Berlin war in Athen am späten Montagabend Regierungschef Alexis
Tsipras mit seinen wichtigsten Mitarbeitern und Beratern
zusammengekommen.

Die Beratungen dauerten bis in die frühen Morgenstunden an,
berichtete die griechische Presse. «Dramatische Nacht in Berlin und
Athen», titelte am Dienstag das Athener Boulevardblatt «Ethnos».