London (dpa) - Der linksliberale britische «Guardian» kommentiert am
Freitag die Perspektive des britischen Referendums über den Verbleib
in der EU:
«Euroskepsis in Großbritannien ist kein Zustand, der sich in
glückliche Zufriedenheit auflöst, wenn Forderungen nach neuen Regeln
für Europa erfüllt sind. Euroskepsis ist eine diffuse, ständig
wandernde Welle der Unzufriedenheit, die sich mal hier, mal da an
diversen Politiken stört und sich anderen angeblichen Missständen
zuwendet, sobald diese Politiken reformiert sind. Dies macht es
so schwer für (Premier) David Cameron, auf seiner Tour durch
europäische Hauptstädte für seine EU-Reformen zu werben. Mit viel
Glück und Geschick wird er die Illusion schaffen können, wichtige
Zugeständnisse zu bekommen, die er in Wirklichkeit nicht wirklich
erhält. Wenn (bei dem Referendum) eine solide Mehrheit für den
Verbleib in der EU stimmt, wäre das Thema für die nächsten zehn bis
20 Jahre vom Tisch. Euroskepsis wäre damit nicht beseitigt, doch sie
würde in die Ecke gedrängt, in die sie gehört.»