An undated file picture shows former Iraqi deputy prime minister Tariq Aziz in Baghdad, Iraq. EPA/ALI HAIDER dpa

Bagdad (dpa) - Tarik Asis präsentierte sich stets als menschliches
Gesicht des Regimes von Saddam Hussein im Irak. Er war einer der
engsten Vertrauten des Diktators. Im Alter von 79 Jahren ist er laut
irakischen Medien am Freitag gestorben.

Asis wurde am 28. April 1936 nahe der nördlichen Stadt Mossul
geboren. Der chaldäische Christ trug ursprünglich den Namen Michail
Juhanna. Als junger Mann schloss sich der Sohn eines Kellners der
Baath-Partei an, in der auch Saddam Hussein tätig war.

Er wurde Journalist und avancierte mit seinem freundlichen Auftreten
und gutem Englisch zum Außenminister und Vizepremier seines Landes.
Als einziger Christ gehörte Asis zum Führungskreis des Diktators, der
Kritiker und Opposition brutal unterdrücken ließ.

Unmittelbar nach der US-Invasion des Iraks im März 2003 stellte sich
Asis dem US-Militär und kam ins Gefängnis. Wegen seiner Rolle bei der
Verfolgung von Schiiten wurde er im Herbst 2010 zum Tode verurteilt.
Zu den Parteien, die unter Saddam verboten waren, gehörte auch die
Dawa-Partei des bis vor einem Jahr amtierenden irakischen
Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki.

Der herzkranke Asis hatte schon lange gesundheitliche Probleme.
Bereits 2006 befürchtete sein Verteidiger, dass er nur noch wenige
Wochen zu leben habe.