Amsterdam (dpa) - Die niederländische Zeitung «de Volkskrant»
beschäftigt sich am Dienstag mit der Flüchtlingspolitik der
Europäischen Union:
«Für die Vereinten Nationen ist es die «größte Flüchtlingskrise seit
dem 2. Weltkrieg». Für die EU-Mitgliedstaaten ist es eine
Aufeinanderhäufung von Krisen. Hier trifft der humanitäre Impuls auf
sozialökonomischen und oft auch kulturellen Unwillen große Gruppen
von Asylsuchern aufzunehmen. (...) Es ist aber auch eine Krise des
europäischen Handlungsvermögens. Nach Vorstellung der EU-Kommission
sollten die Mitgliedsländer vernünftigerweise die Bearbeitung von
Asylanfragen und die Ansiedlung der Flüchtlinge nach einer Quote
verteilen. Besonders in Zeiten, in denen die Anzahl der Flüchtlinge
stark zunimmt und lokale Spannungen drohen. Und doch bevorzugen viele
Mitgliedsländer eine Politik, bei der jeder in ein anderes Land
abgewimmelter Asylbewerber, als reiner Gewinn gewertet wird. Das ist
eine Blamage für Europa.»