«De Standaard»: Kommt die US-Wirtschaft ohne finanzielles Doping aus?

Brüssel (dpa) - Die belgische Zeitung «De Standaard» beschäftigt sich am Donnerstag mit der für den selben Tag erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed:

«Die Kosten für Geld, die Zinsen, liegen schon seit sieben Jahren praktisch bei null. Das kam daher, dass die Fed als Antwort auf den Beinahe-Zusammenbruch des weltweiten Finanzsystems in nie gekannten Ausmaß Dollars gedruckt hat. Eine Erhöhung des Leitzinses, wie vorsichtig auch immer, würde zeigen, dass die amerikanische Wirtschaft endlich ohne Doping auskommt. (...) Das würde bedeuten, dass die zentrale Steuerung der Wirtschaft beinahe mit jeder Herausforderung fertig werden kann und eine Große Depression wie in den Dreißigerjahren nicht mehr befürchtet werden muss. Der Preis für eine solche Steuerung ist die Zunahme von Ungleichheit. Denn den Gewinn haben diejenigen eingestrichen, die schon reich genug waren, um das finanzielle Spiel mitzuspielen. Wenn es missglückt und die Zinsen schneller steigen als das wirtschaftliche Wachstum, wäre das System schwächer als wir glaubten. Die Schulden der Staaten und des privaten Sektors könnten bald wieder explodieren.»