Suchumi. Foto: M.Gasparyan

Buchhaltung von Christus bis Heute. Eine Entwicklungsgeschichte der abchasischen Buchführung

Von: Prof. Kama A. Gogija, Staatsuniversität Abchasiens, Dr. Vladimir V. Delba, Prorektor der Staatsuniversität Abchasiens, Prof. Dr. Martik. J. Gasparjan, Vizepräsident der MAD, Vizepräsident der MADENM

Die Sonne symbolisiert die Beleuchtung des Finanzsektors durch die Buchhaltung, die Waage - das Gleichgewicht und die Bernoulli-Kurve gilt als Symbol dafür, dass die Buchhaltung, einmal entstanden, auf ewig weiterbestehen wird. Die Wurzeln dieser Wissenschaft reichen bis fast ins vierte Jh.v.Chr. zurück. Ihre Entstehung ist auf die wirtschaftliche Tätigkeit der Menschen zurück zu führen. Dabei entwickelte sich in den ersten Jahren zunächst die eindimensionale Buchführung, die Wirtschaftlichkeit in den gleichen Einheiten widerspiegelte, in denen sie entstanden war.

Erste Handelsoperationen wurden in Sumer in Stein gemeißelt, etwa im Jahr 3600 v.Chr. Ab dem Jahr 3200 v.Chr. entstand dort die Rechnungsführung auf Lehmtafeln. Das war der Ausgangspunkt für die systematisierte Rechnungsführung. Die Papyruse des Alten Ägyptens wiederum (3400 - 2980 v.Chr.) führten zu der Entwicklung der chronologischen Rechnungsführung und das sogar für eine recht ausgedehnte Zeitspanne. Erste Inventarlisten sind ebenfalls in Ägypten entstanden, alle zwei Jahre wurde dort eine Inventur des gesamten mobilen und immobilen Besitzes durchgeführt  - danach wurde die diskrete Inventur durch eine kontinuierliche ersetzt. 

Im Alten Griechenland fand die Rechnungsführung auf geweißten Holztafeln statt. In Rom kann man weiter entwickelte Formen von Buchhaltungsregistern finden - Kodexe. Es wird angenommen, dass in Griechenland zwei Arten von Registern Anwendung fanden: Ephemeriden und Hauptrechnungsbücher. Die Römer übernahmen lediglich die zweite Praxis.

Am besten entwickelte sich die Buchhaltung in England. Sie basierte auf der Inventarliste, die den Titel „Buch des Jüngsten Gerichts“ (aus dem Jahr 1086) trug.

Im sechsten Jahrhundert begann die Formierung des Königreiches Abchasien mit der Hauptstadt Lychny unter Leon I (VII Jahrhundert) und erreichte seine Blütezeit unter Leon II (VIII Jh.), der die völlige Unabhängigkeit von Byzanz erreicht hat. Faktisch gehörte zum Königreich Abchasien nicht nur abchasisches Gebiet, sonder auch weite Teile des westlichen Georgiens. Im XV Jahrhundert, nach dem Zerfall des Georgischen Königreichs, erklärten die abchasischen Könige Chachba (Scherwashidze) ihr Territorium für unabhängig und bildeten das Abchasische Königtum. Sie kämpften erfolgreich gegen die gelegentlich erstarkenden abchasischen Feudalherren und auch gegen die Megrelischen Könige Dadiani.

1809 wandte sich Safarbey Georgij an die Russischen Herrscher mit der Bitte um Protektion. Am 17. Februar 1810 wurde das Manifest von Alexander I über den Anschluss des Abchasischen Königtums an das Russische Imperium veröffentlicht.

Die Entwicklung der abchasischen Buchhaltung in der Sowjetzeit ist untrennbar mit ihrer Geschichte verbunden. Für die sozialistische Buchführung waren die Einheitlichkeit der Methodologie und der Allgemeinprinzipien der Organisation charakteristisch. Ebenso, wie die Notwendigkeit der Datenerfassung, sowohl für die einzelnen Betriebssparten, als auch für die Volkswirtschaft insgesamt, ein nachvollziehbares Vergleichssystem zwischen den gegeben Wirtschaftsdaten mit den geplanten, Vollständigkeit, Genauigkeit und Glaubwürdigkeit. Und nicht zuletzt, natürlich, Pünktlichkeit, Klarheit und die Wirtschaftlichkeit.

In Abchasien wurden allgemeine Anwendungsregeln für die Buchhaltung entwickelt und angewendet. Es wurde ein einheitlicher Berichtsplan erschaffen, ebenso wie ein einheitliches System zur Erfassung der Volkswirtschaft, das zuverlässige und objektive Auskünfte zur Verfügung stellte, die sowohl für die Unternehmensführung einzelner Betriebe notwendig waren, als auch für die Volkswirtschaft insgesamt. 

Die Buchhaltung beinhaltete mehrere Elemente: Inventur, Dokumentation und Berichte.

Der Bericht gehörte zu der Schlussetappe der Buchhaltung. Er wurde anhand der erfassten operativen und statistischen Daten erstellt. Die Daten wurden verallgemeinert, systematisiert und am Ende erhielt man einen Abschlussbericht, der die Wirtschaftsergebnisse eines Betriebes für einen bestimmten Zeitraum analysierte. 

Seit Ende der 80er Jahre entstanden in Abchasien, wie in allen Postsowjetischen Republiken, ernsthafte ökonomische Schwierigkeiten: das Verhältnis zwischen Privateigentum und der Entwicklung von neuen Einnahmequellen für den Landeshaushalt wurde reformiert. In diesem Fall gab es in Abchasien mehrere Besonderheiten:

  1. Der riesige materielle Schaden, der dem abchasischen Volk durch den Unabhängigkeitskrieg entstand.
  2. Wirtschaftliche und politische Sanktionen, die in den 90ern über Abchasien verhängt wurden.
  3. Fehlende Investitionen von außen.
  4. Fehlende Staatswährung.

Das gegenwärtige Abchasien durchläuft, wie die meisten postsowjetischen Republiken, eine komplizierte Transformationsperiode, die mit dem Wechsel von der Plan- zur Marktwirtschaft zusammen hängt. Allerdings ist die Situation um die Republik Abchasien etwas anders.

Am Anfang, war das normale Funktionieren des Wirtschaftssystems, die Erschaffung von staatlichen Institutionen, um die Wirtschaft zu lenken, eine der Hauptvoraussetzungen. Und eine andere - ein eigenes Administrationssystem. Spricht man über die Entwicklung der Wirtschaft, muss man erwähnen, dass das Finanzministerium erst im Jahr 1994 die erste Wirtschaftsprognose heraus gegeben hat. Die Rechtliche Basis für die Entwicklung der marktwirtschaftlichen Infrastruktur wurde bereits vor dem Krieg in die Wege geleitet.

Gegenwärtig wird die Gesetzgebung der Republik Abchasien kodifiziert. Seit dem 1. September 2006 ist der erste Teil des Bürgerlichen Gesetzbuchs der Republik Abchasien in Kraft.

Auf der Mikroebene soll durch das Buchhaltungssystem eine Beleuchtung der Wirtschaftssituation der Republik sichergestellt werden. Diese ist heute jedoch in vielen Bereichen weder rational, noch ergebnisorientiert. Es muss ein neues System der adäquaten Marktwirtschaft ausgearbeitet werden.

In der nächsten Zeit müssen bei den Betrieben und Kreditinstituten zwingend internationale Standards eingeführt werden, darunter auch im Bereich der Buchführung. Es wird an einer ganzen Reihe von Gesetzesvorlagen gearbeitet, deren Annahme die ökonomische Entwicklung beschleunigen wird.

Es geht um das Bürgerliche-, Steuerliche- und das Strafrecht. Gesetze über „Die Insolvenz von Kreditgeber-Organisationen“, „Währungsregulierung und Kontrolle“, und viele andere, die die Wirtschaftspolitik des Staates auf eine neue Entwicklungsstufe heben werden. Es geht dabei um die Liberalisierung von Staatseigentum und das Reorganisieren der staatlichen abchasischen Betriebe in Aktionärsgemeinschaften mit 100% staatlicher Beteiligung. 

Leider, befindet sich Berichtsqualität bei den meisten wirtschaftlichen Subjekten, ungeachtet der seit Jahren existierenden Regeln zur Buchhaltungsführung, im desolaten Zustand:

  • Nur teilweise Einhaltung der vorherrschenden Buchhaltungsregeln.
  • Den zuständigen Buchhaltern fehlt es oft am beruflichen Elan
  • Unachtsamkeit der Eigentümer und Geschäftsführer gegenüber den Informationen der Buchhaltung, manchmal ihr bewusstes Ignorieren, Fehlen von Basiswissen im Bereich der Buchführung, leichtsinniges Verhältnis zur Datenerfassung im Bereich der Wirtschaftstätigkeit.

Es sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass, das im Auftrag des Abchasischen Finanzministeriums entwickelte Konzept zur Entwicklung der Buchhaltung in der Republik Abchasien für die Zeit zwischen den Jahren 2004 - 2010, auf die Erhöhung der Informationsqualität ausgerichtet war. Das betraf die im Zuge der Buchhaltung erhobenen Daten, ebenso, wie deren Zugänglichkeit für den interessierten Verbraucher.

Mit diesem Ziel vor Augen wird an einer Reformierung der rechtlichen Normen für die Regulierung der Buchhaltung in der Republik Abchasien gearbeitet, die folgendes beinhaltet:

  • Ausarbeitung eines neuen Gesetzentwurfs „Über die Buchhaltung“, mit Beteiligung der Berufsverbände
  • Revision des „Regelwerks zur Buchführung und der buchhalterischen Abschlussberichte“
  • Ausarbeitung eines neuen Regelwerks zur Buchhaltung.

The article studies the history of the formation and development of Abkhazian Financial Statements. The special attention is given to the history of development of accounting of the ancient world and the Middle Ages, the Renaissance and development of double-entry bookkeeping, science formation. The authors of the article have described in detail historical aspect of development of accounting, a current state and prospects development of Abkhazian accounting and Financial Statements, legislative environment of the formation of Abkhazian Financial Statements.<link http: www.multitran.ru c>

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