Britische Notenbank spielt Folgen eines EU-Austritts durch

London (dpa) - Die britische Notenbank rüstet sich für einen etwaigen
Austritt Großbritanniens aus der EU. Die Bank of England hat eine
Untersuchung in Auftrag gegeben, die mögliche Risiken eines Austritts
beschreiben soll. Mit der Leitung wurde Jon Cunliffe beauftragt, der
bei der Bank für die Finanzstabilität zuständig ist. Das geht aus
einer E-Mail hervor, die versehentlich der Zeitung «The Guardian»
zugespielt wurde.

Die eigentlich als vertraulich eingestufte Untersuchung trägt bei der
Bank of England den Decknamen «Bookend» («Bücherstütze»). Mitarbeiter
wurden angewiesen, auf Fragen zu dem Projekt zurückhaltend zu
regieren und allenfalls von einer allgemeinen Untersuchung zur
Wirtschaftssituation im europäischen Raum zu sprechen. Die Bank
gab zu, dass die E-Mail irrtümlich verschickt wurde. Es sei aber auch
keine Überraschung, dass die Notenbank diese Untersuchungen mache. 

Der britische Premierminister David Cameron hat für spätestens 2017
ein Referendum versprochen, bei dem die Briten über die weitere
Zugehörigkeit zur EU abstimmen sollen. Er selbst will sich für den
Verbleib einsetzen, sofern es ihm gelingt, Reformen in Brüssel
durchzusetzen. Cameron hat am Freitag eine Werbekampagne bei
Regierungschefs in Europa gestartet und kommt am kommenden Freitag
auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin zusammen.