Bio-Diesel. Foto: Bernd Settnik/dpa

Biodiesel-Hersteller beklagen Produktionsrückgang

Berlin (dpa) - Die deutschen Biodiesel-Hersteller beklagen einen
Produktionsrückgang durch die neue Klimaschutzquote. Aus Zahlen des
Verbands der Deutschen Biokraftstoffindustrie geht hervor, dass die
Produktion der dort organisierten Unternehmen im ersten Halbjahr 2015
im Vergleich zu 2014 von rund 1,078 Millionen Tonnen auf etwa 894 000
Tonnen abgenommen hat. «Wir sehen das mit großer Sorge», sagte
Geschäftsführer Elmar Baumann der Deutschen Presse-Agentur.

Für die Gesamtbranche geht der Verband, der etwa zwei Drittel der
deutschen Biodiesel-Produktion vertritt, von schätzungsweise 1,3
Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2015 aus. Im Gesamtjahr 2014
hatte die Produktionsmenge bei etwa 3 Millionen Tonnen gelegen.

Bis zum Jahreswechsel war die Mineralölindustrie verpflichtet, eine
Mindestmenge an Biokraftstoffen in den Verkehr zu bringen. Seit 2015
geht es darum, den Treibhausgasausstoß der Kraftstoffe um einen
bestimmten Prozentsatz zu verringern - zum Beispiel durch Beimischung
von Biodiesel oder -ethanol. Diese Quote liegt derzeit bei 3,5
Prozent und soll 2017 auf 4 und 2020 auf 6 Prozent steigen. Die
Biodiesel-Hersteller hätten die CO2-Bilanz aber inzwischen deutlich
verbessert, sagte Baumann. «Dadurch entsteht die paradoxe Situation,
dass aufgrund des Erfolges der Absatz sinkt.»

Biodiesel wird vor allem aus Raps hergestellt, aber auch aus Soja
oder Palmöl. Weil die Anbauflächen für Nahrungsmittel wegfallen und
auch Regenwald gerodet wird, ist Biosprit umstritten. Auf
europäischer Ebene wird deshalb die Förderung gedeckelt.