Berliner Bilanz mit bayrischem Geschmäckle

Willy Wimmers Analyse bringt auf den Punkt, was in Deutschland ansteht: Der politische Anstand. Dazu stehen, was man gesagt hat. Das scheint in Vergessenheit geraten zu sein, wenn es um den Erhalt der Pfründe ging. Nicht den Mund mit wohlgefälligen Worten füllen, sondern harte Taten folgen lassen, Herr Seehofer. Manche haben an ihn geglaubt, vergebens. Er war einer, der aus einem Nein über ein jein ein ja machen konnte. Bayrische Oberkante unter Abzug des Schaums ergab klare Verhältnisse. Obergrenze eher nicht. 200.000 pro Jahr waren eben doch 199.000 zuviel. Außerdem stand die Frage an: Ungeprüft oder mit Asyl-TÜV? Subsidiär oder echt asyliert, mit oder ohne Nachzug? Solche Zahlenspiele mögen in Brüssel funktionieren, aber nicht im blauen AfD-Bayern. Die Nachrücker stehen in den Startlöchern. A-f-die Plätze fertig – los. Blau muß eben wieder blau werden, auch im blau-weißen Muster. 

Von Ulrich F. Gerhard

Politik an die Bürger verkaufen zum stolzen Preis eines Abgeordneteneinkommens, eines Ministerpräsidenteneinkommens, eines Kanzlereinkommens, und zwar eine Politik, die genau dieser Bürger als Souverän erwarten kann, das scheint eine faule Kreditnummer geworden zu sein. Der Vertrauensvorschuß an eine vormals christliche Partei wurde in der Spielhalle des ideologischen Machtpokers verspielt. In Abwandlung des Merkelschen Unwortes "Wir schaffen das" haben viele Bajuwaren geglaubt "die schafft das". Inzwischen glauben sie an einen Versprecher, es konnte ja auch gemeint sein: Wir (er)schaffen das Volk. Das Volk der Zukunft sozusagen. Wozu noch Biodeutsche? Dann lieber Biodiesel. Hat nicht funktioniert.

Nun wissen sie: Die schafft das nicht, jedenfalls nicht mit uns. Die muß selbst abgeschafft werden, um Nochschlimmeres zu verhindern. 

Grenzstreiche sind eben nie gut, besonders, wenn sie gesetzesfrei ablaufen. Das war Befreiung von der Demokratie, Frau Merkel. Wir wollen nicht schon wieder befreit werden. Nun kommt Ihr später Lohn für die sauren Trauben der Eitelkeit. Eine Königin konnte sie im deutschen Nachkriegsreich nicht werden, das verbot schon das GG, und als weltgewandte Prinzessin, als die sie auftrat, war sie für die Anhänger der Unionschristen eben doch zu sozialistisch. Mit allen und mit jedem kann eben auch ein Volk keine Ehe führen, trotz Ehe für alle. 

Fazit: Helmut, wir tauschen sie um! Sie ist doch die falsche Wahl gewesen. Aber zu spät. Sein Mädchen war bereits aufgesattelt. Und was wird nun aus der Nachmerkelrepublik? Kommt ein neues ideologisches Absurdistan? Eine linke Räterepublik? Die Abschaffung der eigenen Meinung? Denk- und Verhaltensregeln für alle, damit es „bunt“ und vielfältig bleibt? Die Politkasten und Herrschercliquen stehen wie das Kaninchen schreckensstarr vor der Schlange "AfD". Müssen wir uns vor ihr fürchten oder können wir sie im Bundestag in ein Nebenzimmer wegsperren? Sollten wir der Professorenpartei erst mal Benehmen beibringen? So geht das ja nicht weiter, sich ständig als Nazi beschimpfen zu lassen und dann einfach weiterzumachen wie gehabt…

Dank dieser Schlange stehen die, die auf Sand gebaut haben, nun vor den Trümmern ihrer linken Weltstadt- und globalen Weltstaatsträume. Großberlin ist zur Spießbürgerzentrale der politisch Gestrigen herabgesunken, da helfen auch vorkorrigierte Zeitungsberichte und maasgeschneiderte facebook-Kommentare nichts mehr. Dieses Schiff fährt nicht mehr, denn der Rostfraß linker Weltaufbesserer hat seinen Boden längst brüchig gemacht. Jetzt wollen sie mit grünen und gelben Schutzanstrichen den Rostfraß aufhalten und die bundesrepublikanische Titanic mit einer pseudopatriotischen Kraftanstrengung wieder flottmachen. 

Gebt es auf, da ist bayrischer Hopfen und Berliner Malz verloren. Ein <link>Neubau muß her.

(Orthographie und Interpunktion des Autors wurden beibehalten)

Bilder: @depositphotos

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