Berlin (dpa) - Das rot-schwarz regierte Land Berlin ist gegen die Einrichtung der zwischen SPD und Union umstrittenen Transitzonen für Flüchtlinge. «Wir lehnen Camps an den Grenzen, die Haftbedingungen nachhalten, ab. Aber Verteilzentren, die für eine zügige Verteilung in die Region sorgen und auch eine Registrierung der Flüchtlinge ermöglichen, das halte ich für ein sinnvolles Vorhaben», sagte Berlins Senatskanzleichef Björn Böhning der Deutschen Presse-Agentur. Er wird Regierungschef Michael Müller (SPD) an diesem Donnerstag beim Treffen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Flüchtlingskrise vertreten.
«Große Lager, in denen Flüchtlinge ohne jeden Sachgrund inhaftiert sind, verstoßen gegen das Grundgesetz. Sie sind deswegen vielleicht Wahlkampfgeklingel, aber realistisch nicht umzusetzen», sagte Böhning. Er halte einen Kompromiss in der Sache zwischen Union und SPD für möglich, sagte der 37-Jährige. «Wenn man aufhört, das Thema verbal und politisch hochzufahren, gerade seitens der CSU in Bayern.»
