Berlin fürchtete bei Nein zu Athen-Deal Isolation in Europa

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung hat bei der Entscheidung zugunsten
Griechenlands auch die Sorge umgetrieben, dass ein Nein Deutschland
in Europa isoliert hätte. Wäre eine Vereinbarung am Freitag im Kreis
der Euro-Finanzminister letztlich an Berlin gescheitert, hätte das
erhebliche Folgen für die Europäische Union und die Eurozone gehabt,
hieß es am Montag aus Kreisen des CDU-geführten Finanzministeriums.
Bei der Kostenabwägung habe eine Rolle gespielt, ob die möglichen
Risiken es wert seien, «sich völlig in Europa zu isolieren».

Umgekehrt habe Griechenland nach den Turbulenzen mit dreiwöchigen
Bankenschließungen zeitweise in einen Abgrund geschaut. Anschließend
habe Athen «enorme Vorleistungen» erbracht. Nun gebe es einen «guten,
vertretbaren Kompromiss» für das dritte Hilfsprogramm, über das der
Bundestag am Mittwoch abstimmt.

Dank der harten Haltung der Bundesregierung sei es gelungen, in
letzter Minute Verbesserungen durchzusetzen. So falle die erste
Hilfsrate an Athen mit 26 Milliarden Euro viel niedriger aus als
Planungen von 40 Milliarden Euro oder mehr. Die Bedingungen beim
Privatisierungsfonds seien härter gefasst worden. Durch die
Hinzurechnung der rekapitalisierten griechischen Banken bekomme der
Fonds durch Milliardenwerte mehr Gewicht. Damit werde ein Prozess
eingeleitet, um die enge Verflechtung von Staat und Banken in
Griechenland aufzulösen, hieß es weiter.