Loks stehen am 04.05.2015 im Güterumschlagbahnhof Köln Eifeltor, im Hintergrund die Silhouette des Doms. Foto: Oliver Berg/dpa

Bahnstreik-Schäden bis zu einer halben Milliarde Euro 

Berlin (dpa) - Deutschlands Konzerne fürchten durch den einwöchigen
Bahnstreik einen Schaden von bis zu einer halben Milliarde Euro.
Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer forderte die Lokführergewerkschaft
GDL am Montag auf, noch die Notbremse zu ziehen und den Streik
abzusagen: «Der gesamten deutschen Wirtschaft drohen Schäden von
täglich 100 Millionen Euro. Das Vorgehen der GDL ist
verantwortungslos und vollkommen unverhältnismäßig.»

Auch der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages
(DIHK), Eric Schweitzer, kritisierte: «Der Bahnstreik kostet die
Wirtschaft nicht nur Nerven, sondern richtig Geld.» Bei sechs Tagen
Streik komme die Lieferkette ins Stocken. «Alles in allem drohen
Streikkosten von einer halben Milliarde Euro», warnte Schweitzer.

Besonders betroffen von Verzögerungen im Güterverkehr werden nach
Angaben des Industrieverbandes BDI die Stahl-, Chemie- und
Autoindustrie sein, die auf die pünktliche Anlieferung von
Einzelteilen und Rohstoffen angewiesen seien. «Eine solche
Streikwelle ist Gift für ein hochentwickeltes Industrieland wie
Deutschland», kritisierte Dieter Schweer, Mitglied der
BDI-Geschäftsführung.

Die Maschinenbauer blicken dem mehrtägigen Streik bei der Bahn
hingegen weitgehend gelassen entgegen. «Die deutschen Maschinenbauer
sind durch den Lokführerstreik nur in Maßen betroffen, da die
Lieferung von Vorprodukten und Komponenten sowie der Transport der
fertigen Maschinen an die Kunden in erster Linie durch Lastkraftwagen
erfolgt», sagte Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des
Branchenverbands VDMA, in Frankfurt. Einzelne Unternehmen würden den
Streik im Güterverkehr allerdings in ihrer Lieferkette zu spüren
bekommen.