Athen (dpa) - Die Griechen haben im Referendum die Sparforderungen
der Geldgeber nach ersten Auszählungen überraschend klar abgelehnt.
Wie das Athener Innenministerium am Sonntag mitteilte, stimmten nach
Auszählung von 16 Prozent der abgegebenen, gültigen Wahlzettel 60,3
Prozent mit «Nein» und 39,7 Prozent mit «Ja».
Damit stärkten die Wähler dem linken Ministerpräsidenten Alexis
Tsipras den Rücken, der die Forderungen der Geldgeber ablehnt. Die
griechische Regierung kündigte unmittelbar nach dem Referendum neue
Verhandlungen mit den Geldgebern an. Noch am Sonntagabend wolle man
substanzielle Gespräche mit den internationalen Partnern beginnen,
erklärte Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis im Fernsehen. «Das
Mandat (des Volkes) ist klar», sagte Sakellaridis. Tsipras werde sich
«sehr schnell bewegen, um den Auftrag des Volkes in die Tat
umzusetzen».
Nach der Veröffentlichung der ersten Ergebnisse brach im «Nein»-Lager
Jubel aus. Nach TV-Berichten strömten Hunderte Anhänger der Ablehnung
des Sparprogramms in Athen auf den Platz vor dem Parlament und
feierten.
