Von Willy Wimmer
Die Welt schüttelt sich und sie wird geschüttelt.
Unter Präsident Trump scheinen die USA dem Konzept der unipolaren Welt und damit der Wolfowitz-Doktrin des Jahres 1992 abzuschwören. Stattdessen soll die globale Realität und damit eine multipolare Ordnung anerkannt und zum Handlungsrahmen des eigenen Vorgehens gemacht werden. Mit „alle Kraft voraus“ sind die Hebel von Trump, Musk und Rubio herumgeworfen worden. Damit stellen sich Fragen nach dem Übergang und den Sollbruchstellen, aber auch danach, was die USA als ausreichend für ein erfolgreiches Bestehen der multipolaren Phase empfinden.
Welche Größenordnung muss man dafür neben Grönland und Kanada einnehmen, um neben Russland, China, Indien, Brasilien etc. bestehen zu können?
Welche Vertragsordnung ist dafür geeignet, um das gedeihliche Nebeneinander garantieren zu können?
Was ist nötig, um außerhalb von Vertragsstrukturen handlungsfähig zu sein?
Es wird nicht nur darauf ankommen, Außen-und Sicherheitspolitik neu zu definieren. Was muss unternommen werden, den Menschen in den verschiedenen regionalen Polen wirtschaftlich, technologisch, sozial und kulturell gerecht zu werden?
Nach dem Ende des Ersten Kalten Krieges hat China ein beachtliches Experiment durchgezogen. Beijing hat alle Ordnungen darauf überprüft, ob man sie adaptieren sollte, um leistungsfähig zu werden. Helmut Kohl unternahm viel, um China von der Leistungsfähigkeit der „Sozialen Marktwirtschaft“ zu überzeugen. Als man sich in Deutschland dem amerikanischen Kapitalismus geschlagen gab, zog Bejing sich zurück.
Gibt Berlin sich wieder geschlagen, wenn es darum geht, der multipolaren Ordnung eine Zukunft zu geben?
Bilder: depositphotos
Die Meinung des Autors/Ansprechpartners kann von der Meinung der Redaktion abweichen. Grundgesetz Artikel 5 Absatz 1 und 3 (1) „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“
