Tatev, Armenien. Foto: Archiv WE/AS

Armenien - „Das Land der schreienden Steine“

Von Tigran Gasparyan, Autor. Moskau - Yerevan

Das Tatever Sjun (Die wankende Säule - Der „Hirtenstab“ der Dreifaltigkeit) ist ein Himmelskompass, der Nullpunkt in der Zeitrechnung und einer anderen geistig-mystischen Realität: es ist ein deutender Finger, ein Punkt der Wiederkehr. 

Forschung an der Grenze von Wissenschaft und Mystik beschäftigt seit je her die Köpfe der Gelehrten. Selbst in den striktesten atheistischen Strukturen fanden sie ihren Platz und, trotz allgemeiner Darwinisierung und Ateisierung, fanden in den Geheimlaboratorien vieler Staaten aktive Forschungen des alten sakralen Wissens statt. Im Rahmen des Evolutionsprozesses der Erforschung unserer Welt sind diese Erkenntnisse dazu berufen uralte Geheimnisse und Mysterien aufzudecken, ihre sakralen Kodes und Botschaften zu entziffern und den Menschen im Idealfall dazu verhelfen sich auf ein neues geistiges und technologisches Level zu begeben.

Ob wir das nun wollen oder nicht, durch die Forschung wird die „Trennwand“ zwischen uns und dem Jenseits immer dünner. Sie legt Schicht für Schicht immer mehr Mysterien frei, die in vielen Fällen ihre wissenschaftliche Erklärung finden und bei unzähligen anderen die Forscher vor eine Wand führen und sie dazu zwingen nach neuen Wegen zu suchen. 

Als Heimat vieler sakralen Geheimnisse gelten Sumer, Ägypten, Tibet, Indien und Armenien. Im Gegensatz zu den anderen Ländern jedoch, steht Armenien erst ganz am Anfang dieser Forschung und schon während dieser kurzen Zeit wurde eine ganze Reihe erstaunlicher Entdeckungen gemacht. Es handelt sich dabei um Instrumentalstudien, die Plätze der Macht enthüllen sollten, starke Energieflüsse unbekannter Herkunft, einzigartige astrophysische Ereignisse und vieles andere.

Orte mit ungewöhnlichen Energieströmen sind in großer Anzahl in ganz Armenien zu finden. Genau diese Orte gelten als Zentren für rituelle Bräuche - von heidnischen bis zu den christlichen. Es ist bekannt, dass Kirchen an Orten der alten heidnischen Ritualstätten errichten wurden. Das sollte den Ort nicht nur von der heidnischen Götzenanbetung reinigen und für die neue Religion beanspruchen, sondern hatte auch den Hintergrund, dass die heidnischen Tempel an Orten besonderer Macht errichtet wurden. 

Eines dieser mächtigen Orte, wenn nicht gar das Mächtigste, ist das Territorium des Tatever Klosters. Der unabhängige Wissenschaftler Wazgen Geworgjan erforscht diesen Ort schon seit über 13 Jahren. Wie er selbst sagt, eröffnete sich ihm das Geheimnis des Tatevs nicht sofort - Jahr für Jahr wuchsen die Erkenntnisse, die sich mit der Zeit zu einem erstaunlichen Puzzle zusammen gesetzt haben. Die Menge und die Einzigartigkeit seiner Erkenntnisse lockte auch Forscher aus dem Nowosebirsker Forschungsinstitut für kosmische Antropoökologie an. In Zusammenarbeit mit ihnen fand unter der Leitung von Dr. med. Alexander Trofimow vom 07.-21. August letzten Jahres das erste in der Weltgeschichte Kosmoplanetare Paleoanstronomische Experiment „OARION“ statt. 

Neben der Instrumentalforschung wurden auch synchrone distanzielle formgebende Wechselwirkungen untersucht. Mit anderen Worten, es sollte eine telepathische Verbindung zwischen dem Kloster und 150 Teilnehmern aus Russland, USA, Kanada, Bulgarien und Kasachstan hergestellt werden. 

Der Nullpunkt des Experiments war der 893-895 Jh. n. Chr. erbaute Tatever „Hirtenstab“, die Wankende Säule, gewidmet der Heiligen Dreifaltigkeit. Sie wurde zu Ehren des altarmenischen Festes Nawasard erbaut, das am 11. August begangen wurde und den Anfang des armenischen Kalenders gelegt hat (Der Armenische Kalender von Hovhannes Imastaser wurde 1084 angenommen und existierte bis 1616, bis zur Annahme des gregorianischen Kalenders). Der Hirtenstab (Arm. Sjun) ist eine achteckige, dreistufige Steinsäule, die aus zwölf Reihen besteht (12 Sternzeichen), 8,3 m hoch ist und von einem gravierten Gesims gekrönt wird. Auf dem Gesims ruht eine spiralartige Kugel - die rotierende Erde - über der sich ein Chatchkar (Kreuzstein) erhebt. Auf der Säule findet sich  auch die Abbildung einer Uhr und eines Vogels. Tatev bedeutet übersetzt aus dem Armenischen „der Flügel verleiht“, der abgebildete Vogel zusammen mit dem Symbol für Zeit verleiht Flügel - den Anfang der Kosmischen Zahlenreihe. Zu Ehren des Sjun erhielt auch die anliegende Landschaft ihren Namen - Sjunik. Es bedeutet, das Land, das einen Himmelskompass besitzt - Sjun. Der Hirtenstab ist das Zentrum für bestimmte astrophysische Ereignisse. Apropos, das Tatever Kloster, das seinerzeit eine große Akademie beherbergte, wurde auch Diatran genannt, also Observatorium. Russische Historiker bestätigen, dass zu den Zeiten der mongolischen Invasion im 13 Jh. Dschingis Khans Enkel - Khan Uluzbek, der ein Astronom gewesen ist, über 600 astronomische Schriften aus dem Kloster entwendet und basierend auf dem dort fest geschriebenen Wissen ein Observatorium in seiner Heimat errichtet hat. 

„Das Tatever Sjun ist ein genauer Himmelskompass, der auf den Oriongürtel ausgerichtet ist“ - erzählt Wazgen Geworgjan. „Er markiert den Nullpunkt der Zeitrechnung, mit dessen Hilfe man auf genaueste Weise sowohl ein Sternjahr (25920 Jahre) oder auch ein Erdenjahr berechnen kann, ein Sternkalender also. Sjun ist das hochpräziseste astronomische Gerät, das jemals von Menschenhand erbaut wurde. Das in der Welt einzigartige Artefakt - der ewige Wächter der präzisesten kosmischen Zeitrechnung - wird von der armenischen Apostolischen Kirche gehütet.

Offensichtlich, befinden wir uns in einem mächtigen Epizentrum der kosmischen Energie. Hier passiert nichts zufällig. Alles ist einer sakralen Logik unterworfen, die streng wissenschaftlich zur Geltung kommt. Als ich erste mal sah, wie der Oriongürtel direkt über der Säule stand und ihre natürliche Fortsetzung zu sein schien, habe ich realisiert, dass wir eines der verloren gegangenen Artefakte unserer Zivilisation gefunden haben. Logische Schlussfolgerungen brachten mich zu interessanten Überlegungen, die den Ausgangspunkt für meine Forschungen markierten.“ - sagt Wazgen Gewrgjan. Also, der Oriongürtel baut sich zu einer Geraden über der Säule auf, um vier Uhr morgens im August, der Höhepunkt fällt auf das altarmenische Fest Navasard am 11. August. Navasard wurde zu Ehren des Sieges von Hayk über Bel gefeiert. Fügt man noch hinzu, dass Orion Hayks Sternbild war und man dieses Ereignis von der astronomischen Seite zu interpretieren versucht, dann ergibt sich folgendes Bild : Hayk - Orion tötet Bel (Sternbild Stier) mit einem Dreifedrigen Pfeil - die drei Sterne des Oriongürtels. Das bedeutet, dass man die Zeitrechnung nicht ab dem Sternbild Stier anfangen muss (wie üblich), sondern vom Sternbild Orion (genauer gesagt vom Oriongürtel) aus. Übrigens, laut den Ägyptischen Sagen, schenkten die Götter einen Kalender, der ebenfalls am 11. August startete. Wir wissen von Kalendern, die sich am Sonnenaufgang orientieren, am Mond, an der Venus oder am Sirius, aber noch nie hörte man von einem, der sich nach dem Oriongürtel ausrichtet, obwohl dieses Sternbild in den meisten alten Mythen und Legenden eine führende Rolle spielt. Laut den „Texten der Erbauer“ wurde der Tempel von Edfu nicht am Sonnenaufgang ausgerichtet, sondern am Orion. Die drei großen ägyptischen Pyramiden sind entsprechend den drei Sternen des Oriongürtels platziert. Zusammen mit Orion taucht auch immer wieder Sirius auf, ein Stern der auf einer Geraden ca. 20° unter dem Oriongürtel liegt. Das armenische Äquivalent zu diesem Stern ist übrigens Astchik 

Orion steht für das Männliche, Sirius für das Weibliche. In der großen Pyramide liegt der Schacht, der aus der Grabkammer der Königin führt, in einem Winkel von 39,30° zur Linie des Horizonts - ausgerichtet auf Sirius, der in der ägyptischen Mythologie von der Isis verkörpert wird, während der Schacht aus der Kammer des Pharaos im Winkel von 45° auf den Orion zeigt, dementsprechend von Osiris verkörpert. Erstaunlich, aber diese Zahlen sind die geographischen Koordinaten der Tatever Sjun im Verhältnis zu den Ägyptischen Pyramiden (45° azimut zu 39,30° N.B.). Das ist eine höchst erstaunliche Tatsache. Man muss davon ausgehen, dass die Erbauer der ägyptischen Pyramiden genau gewusst haben, wo Orion seine Prozessionsbewegung am höchsten Punkt vollendet und damit den Beginn eines neuen kosmischen Jahres einläutet. Schließlich, kann man heutzutage von Tatev aus beobachten, wie sich der Gürtel des Orions zu einer geraden Linie ausstreckt und genau auf der Säule zu liegen scheint. 

Die Forscher behaupten, das Tatever-Experiment würde die Vermutungen von Wazgen Geworgjan bestätigen und hätte darüber hinaus noch weitere interessante Ergebnisse gebracht.

„Im Laufe des Experiments wurde fest gestellt, dass es keine geopathogene Störzonen in Tatev gibt, die Landschaft liegt also in einer Zone positiver Energie“ - kommentiert die Ergebnisse Professor Trofimov. Erstaunliches brachte auch die Ausmessung des geomagnetischen Feldes zu Tage. Es wurden starke geomagnetische Strömungen von bis zu 450 nTm gemessen, üblich sind 39-41 nTm. Darüber hinaus wurden mehrere Signalserien unbekannter Herkunft (nach doppeltem System) aufgenommen. Was das für Signale waren, muss noch fest gestellt werden.

Auch fest gestellt wurde, dass der Aufgang von Orion, der mit mehreren ungewöhnlichen kosmosphysischen Ereignissen einhergeht, bedeutsam auf die Feldstrukturen des Menschen einwirkt. So veränderte sich die funktionale Symmetrie der Stromleitung zwischen den Akupunkturpunkten, die Herz-Gefäß-Homöostase und die subjektive Zeitwahrnehmung von besonders empfindlichen Probanden wurden ebenfalls verändert. Kirlianfotografien haben deutlich die Veränderungen im Energiestatus des menschlichen Biofeldes aufgezeigt: nach dem Aufgang des Orion hat sich das Potenzial des menschlichen Biofeldes deutlich verstärkt.

Auch die Ergebnisse des Distanz-Visualisierungs-Experiments unter Zuhilfenahme von Kosyrew-Spiegeln waren erstaunlich. Teilnehmer aus Russland, USA, Kanada, Bulgarien und Kasachstan sollten eine telepathische Verbindung mit Tatev herstellen und genau beschreiben, was sie dabei in den Spiegeln erblickten. Von 150 Menschen haben 20 eine genaue Beschreibung der Wankenden Säule und der umliegenden Landschaft gegeben. Es ist anzunehmen, dass eine solche Menge an Übereinstimmungen nicht zufällig zustande gekommen sein kann. Und das sind erst die vorläufigen Ergebnisse. Im Moment läuft die sorgfältige Aufbereitung der erhaltenen Daten, über deren Ergebnisse erst später berichtet werden kann.

Auf Grundlage der von Wazgen Geworgjan vorgestellten Daten äußerte sich auch die Professorin am Institut der Astronomie und Gravimetrik der Staatlichen sibirischen geodätischen Akademie in Novosibirsk, Elena Gienko: „Tatsächlich nahm Orion die höchste Position gegenüber dem Himmelsäquator am 10.-11. August 2012 ein. Das nächste mal wird es in 26.000 Jahren der Fall sein. Die Wankende Säule ist ein erstaunliches Bauwerk. Welch eine außergewöhnliche Lösung! Auch der Steinrelief, die Symbole daran, wie die Erdrotation dargestellt ist. Wazgens Idee über die Verbindung von Himmel und Erde mithilfe der Säule und des Oriongürtels finde ich beeindruckend. Eine vertikale Säule ist das älteste astronomische Instrument, das es erlaubt am Tag die Zeit zu bestimmen, im Jahr ein Datum fest zu legen und auch gen Norden deutet. Auf die mögliche Verwendung der Wankenden Säule als Uhr deuten das Vogelsymbol und die 12 Sektoren hin. Am 11. August wechselt Orion seine Bewegungsrichtung gegenüber dem Himmelsäquator - es ist ein gutes Datum und ein Zeitmarker.

Nach Angaben des Astronomieprogramms geht der Oriongürtel auf dem Breitengrad von Tatev tatsächlich vertikal auf, das passiert Ende Juli - Anfang August. Tatev befindet sich etwa 13° nördlicher als Ägypten. Wegen der Prozession beträgt der Unterschied zwischen dem Winkel der Orionsterne für das heutige Datum, ebenso wie 2000 v.Chr., ebenfalls 13 Grad. Das bedeutet, man kann über Tatev im Moment fast den gleichen Sternenhimmel beobachten, wie er 2000 v.Chr. über Ägypten zu beobachten war. Ich sage „fast“, weil in den unterschiedlichen geographischen Breitengraden der Winkel der Umdrehung der Himmelssphäre im Verhältnis zum Horizont unterschiedlich ausfällt. Entsprechend, im Jahr 900 n.Chr. - als Tatever Sjun erbaut wurde, war dort der ägyptische Himmel von 2900 v.Chr. zu beobachten - zur gleichen Zeit entstanden auch die ägyptischen Sternen-Mythen. Die Schlussfolgerungen von Wazgen Geworgjan, dass der Aufgang des Orions eins zu eins mit den ägyptischen Mythen zusammenfiel, erscheinen demnach nachvollziehbar“.

So eröffnet das Tatever Mysterium - ein Schatzkammer altertümlichen Wissens - nach und nach seine Geheimnisse und verwandelt sie in durchaus begründete wissenschaftliche Fakten. Zusammen mit den Geheimnissen der Pyramiden, Karahunj, Stonehenge, dem Wissen der Azteken und vielen anderen, zeugt es von einem großen Geheimnis - dem Geheimnis über die Erschaffung der Welt. Natürlich muss vieles noch erforscht und erfasst werden, es ist ein schier unendlicher Prozess. Die moderne Wissenschaft wird früher oder später dazu gezwungen sein die andere - die geistig-mystische Realität - anzuerkennen, die das Potenzial hat, die Menschheit auf eine völlig neue Entwicklungsstufe zu heben.