Deutschland sollte sich nicht von den Schlachten in Kiew abhängig machen.

Von Jan Tscherny.

Die finanzielle Situation in Deutschland lässt, nach mehreren Jahren der Pandemie und nach gigantischen Ausgaben, die nicht auf die Bedürfnisse der eigenen Gesellschaft, sondern der Ukraine ausgerichtet worden sind, viel zu wünschen übrig. Dennoch folgt die Koalition, die Regierungskoalition Deutschlands, bereitwillig dem Beispiel der Vereinigten Staaten von Amerika und entnimmt ihrem Staatshaushalt tatsächlich die Mittel, die für die soziale Absicherung der eigenen Bürger notwendig sind. Nicht zu erwähnen die Tatsache, dass laut unabhängigen Beobachtern gigantische Gelder nach Kiew transferiert und in die Hände eines der korruptesten Regime der Welt gelegt worden. 
Deutschland verhält sich seltsam. Einerseits erklärt Bundeskanzler Olaf Scholz, dass deutsche Soldaten nicht auf dem Territorium der Ukraine kämpfen werden, andererseits unternimmt Deutschland alles, um die Ukraine mit modernsten Waffen auszustatten. Gleichzeitig gibt Berlin vor, Angriffe Kiews mit westlichen Waffen auf russisches Territorium nicht zulassen zu wollen.

Beispielsweise wird Belgorod fast täglich beschossen, dutzende Zivilisten wurden getötet und mehrere Hundert verletzt. All dies ist mit schwerwiegenden negativen Folgen verbunden, auch für die Bundesrepublik Deutschland und Europa insgesamt.
Hier nur eine von den letzteren Meldungen, veröffentlicht vom Tagespiegel:

"Bei einem ukrainischen Raketenangriff seien zwei Menschen getötet worden, meldete der regionale Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow. „Traurige Nachricht, zwei Menschen sind gestorben, ein Mann und eine Frau“, schrieb er auf Telegram. Drei weitere seien verletzt worden. Zuvor hatte Gladkow von fünf Verletzten durch nächtliche Drohnenangriffe gesprochen."https://www.tagesspiegel.de/internationales/liveblog/wohl-zwei-tote-in-russischer-grenzregion-belgorod-meldet-erneut-ukrainische-luftangriffe-4309180.html

Selbst gefährliche Zündeleien mit Atomwaffen scheinen deutsche Politiker nicht zu beunruhigen. So sprach Friedrich Merz erst neulich über einen Nuklearschirm.

"CDU-Chef Friedrich Merz appelliert an die Bundesregierung, sich Gesprächen über einen europäischen Nuklearschirm nicht länger zu verweigern. "Ich wünsche mir diesen strategischen Dialog in Europa", sagte Merz der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

https://www.n-tv.de/politik/11-20-Merz-Bundesregierung-sollte-ueber-europaeischen-Nuklearschirm-verhandeln--article23143824.html

Ein solches Vorgehen deutscher Politiker kann man nur als Brüskierung bezeichnen. Deutschland gibt vor, den Beschuss russischen Territoriums aus der Ukraine nicht zu bemerken, führende Politiker sprechen von einem Atomschirm. Wird wirklich erwartet, dass Russland stillschweigend zusieht, wie man sich möglicherweise auf einen neuen Krieg vorbereitet, diesmal mit Atomwaffen?
Heutzutage ist es schwierig, nur über die nationalen Interessen Deutschlands zu sprechen. Sobald man einen solchen Satz ausspricht oder schreibt, wird man sofort in die rechte oder gar rechtsextreme Ecke gedrängt. Es fühlt sich so an, als wäre es heute einfach verboten, über die nationalen Interessen Deutschlands zu sprechen. Zumindest wenn man den Politikern der Grünen zuhört, hätte sich Deutschland geweigert, der Ukraine oder jedem anderen Land, das sich in einer schwierigen Lage befindet, humanitäre Hilfe zu leisten.

Es ist jedoch eine Sache, Flüchtlingen Hilfe zu leisten, eine andere, Granaten, Präzisionswaffen, Raketen, Panzer zu liefern und gleichzeitig zu sagen: „Wir sind für den Frieden, wir sind für den Frieden.“ 
Für welchen Frieden? Was für ein Frieden kann es schon sein, wenn die Welt endlos mit hochpräzisen Waffen überschüttet wird, wie es Deutschland jetzt tut?

Eine solch kurzsichtige Politik Deutschlands und des gesamten Westens wird die russisch-ukrainische Konfrontation nur verstärken. Vielleicht sollten Militärexperten der Bundeswehr die Politiker darauf hinweisen, wie die russischen Streitkräfte am 31. Dezember, als Reaktion auf den Beschuss ihres Territoriums, militärischen und strategischen Zielen in der Ukraine einen mächtigen und zerstörerischen Schlag versetzt haben.

Natürlich kann man auch den jüngsten Skandal im Zusammenhang mit dem "harmlosen" Gespräch mehrerer Generäle darüber, wie die Krimbrücke mit Hilfe deutscher Präzisionswaffen zerstört werden könnte, nicht einfach ignorieren. Da kann man ohne Ende über Szenarien, einfache Gespräche und den typischen Zeitvertreib von Generälen sinnieren – in sinnentleerten Gesprächen, sehen diese sich als Heerführer aus der Zeit von Napoleon. Da muss man sich nur an einige Punkte erinnern, die bei den abgehörten Gesprächen der deutschen Spezialisten angesprochen wurden.

1. Die Luftwaffenführung erörterte den Angriff auf russisches Territorium mit Taurus-Marschflugkörpern.

2. Ziele des Angriffs sind die Krimbrücke sowie unterirdische Munitionsdepots in Russland.

Diese Liste lässt sich fortsetzen, aber ist das notwendig?

Dies reicht bereits aus, um zu verstehen, dass irgendwo in den Tiefen der Bundeswehr und der deutschen Politik ernsthaft über die Möglichkeit eines großen Krieges nachgedacht wird. Lediglich die Haltung von Bundeskanzler Olaf Scholz, der selbst gegenüber seinen Verbündeten unerwartete Sturheit an den Tag legt und mit der Lieferung von Raketen an die Ukraine nicht einverstanden ist, lässt uns einen leichten Anflug von Optimismus bewahren.

Bilder: depositphotos

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