Sorosisierung der Ukraine

Montag, 10. Juli 2017

''Europa muss aufwachen und erkennen, dass es von Russland angegriffen wird.'' Mit diesem Knaller beginnt George Soros’ analytisches Werk über die Ukraine

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Es ist im Prinzip klar, dass wenn schon solche Begriffe wie „angegriffen“ verwendet werden, auch militärische Gegenmaßnahmen adäquat erscheinen. Das wird von Soros auch recht erfolgreich unter seinen Mitarbeitern verbreitet. Auch die von uns als Beispiel gewählte Stiftung „Wiedergeburt“ ist da keine Ausnahme. 

Militärische Strukturen und eine klare Hierarchie.

Die Stiftung, die nach dem Vorbild ziviler Non-Profit-Organisationen geschaffen wurde, besitzt jedoch eine klare und strenge Hierarchie, die eher zu einer militärischen Struktur passt. Oder zu einem Ameisenreich, wo alle und alles auf die Bedürfnisse einer Person ausgerichtet sind - der Ameisenkönigin. Für diese Position kommt natürlich nur eine Person in Frage - George Soros selbst. 

Jan Tscherny, Politologe, Autor

Unter ihm und für ihn streiten unermüdlich die Kriegerameisen - Geschäftsführende Direktoren, die von ihm in diese Positionen gehoben wurden. Drum herum - „Divisions-Kommandeure“, die schon in der Ukraine selbst rekrutiert wurden und ganz unten eine Unmenge von Arbeiterameisen, die Nahrung und Beute ins Nest schaffen sollen. Und wehe, die Königin wird nicht richtig satt! Etliche Arbeiter werden exekutiert - weg geschmissen - die Kommandeure werden ersetzt, aber die Königin wird leben und weitere Arbeiter produzieren, ohne sich um die Gefallenen zu scheren.

In den Papieren, die geleackt wurden, haben wir einige Dokumente gefunden, die einen Blick ins innere des Ameisenreichs erlauben und einiges erklären können. So fanden wir zum Beispiel eine Auflistung, wo mehrere Mitarbeiter verzeichnet sind, inklusive Positionen und sogar E-Mail-Adressen. In der Liste kann man erkennen, wer die „Verantwortlichen“ sind, an die Statusberichte und Erklärungen über die gemachte Arbeit zu richten sind. 

So ist als Leiter der Stiftung der Ukrainer Ewgenij Bistryzki ausgewiesen, der wiederum ist direkt Chris Stone unterstellt, einem US-Bürger und Geschäftsführendem Direktor der Open Society Foundations. Weiter finden sich Namen, die in der Ukraine wohl bekannt sind. Inna Pidulska, zum Beispiel, ist zwar die Stellvertreterin des Geschäftsführenden Direktors, unterstellt ist sie jedoch dem Herrn Bistryzki, während ein Herr Schulga schon Frau Pidulska selbst unterstellt ist. Das ist genau die Art autokratischer „Firmenbau“, den Georg Soros angeblich so gerne in vielen anderen postsowjetischen Ländern zur „Open Society“ umwandeln möchte.

Bleiben wir aber kurz bei dem bereits erwähnten Chris Stone.

In den Dokumenten der Stiftung wird ihm ein Jahresgehalt von 98.250 Dollar (die Zahlen sind schon etwas veraltet, für 2017 müsste die Summe höher sein) ausgewiesen. Für die verarmte Ukraine ist das sehr viel Geld. Geht man davon aus, dass Chris Stone Soros’ rechte Hand ist, können wir annehmen, dass es sich nur um das Gehalt für seine Aktivitäten in der Ukraine handelt. Taschengeld, so zu sagen. 

Das schreibt die Open Society Foundations auf ihrer Website:

„Chris Stone is the president of the Open Society Foundations. He is an international expert on criminal justice reform and on the leadership and governance of nonprofits.

Prior to joining Open Society, he was the Guggenheim Professor of the Practice of Criminal Justice at Harvard University’s John F. Kennedy School of Government and director of the Hauser Center for Nonprofit Organizations. Before that, Stone spent a decade as director of the Vera Institute of Justice. He founded the Neighborhood Defender Service of Harlem and served as a founding director of the New York State Capital Defender Office and of the Altus Global Alliance.“

(https://www.opensocietyfoundations.org/people/chris-stone)

Eine herausragende Persönlichkeit, oder? Er ist mit Sicherheit ein kundiger, schlauer und pünktlicher Manager der Oberliga. Es ist daher sehr schwer vorstellbar, dass er „nur einen nominellen Posten“ innehat, wie es in der ukrainischer Stiftung selbst gemunkelt wird. Manager eines solchen Kalibers geben Befehle und erwarten ihre sofortige Umsetzung. Vor allem, wenn es um solche Summen geht. Das kann nur eins bedeuten, die Stiftung ist mitnichten „unabhängig“. Es gibt sehr wohl eine direkte und harte Führung - durch Soros selbst mit Hilfe seiner Stellvertreter.

Es gibt noch andere Zahlen über Soros’ Ausgaben für seine Ziele in der Ukraine.

Gesamtausgaben für die Stiftungsverwaltung betragen ca. 121.965,00 Dollar im Jahr. Im November-Dezember 2014 (die Leser erinnern sich hoffentlich, dass in diesem Zeitraum der Majdan statt fand) stellte die Stiftung Gelder für Zuschüsse zur Verfügung - Stipendien für gewisse Miniprojekte in der Höhe von 40 bis zu 200 Tausend Dollar pro Jahr. Es wäre höchst interessant, wer und für welche Ziele solche großen Geldsummen - und für die Ukraine im Jahr 2014 waren es riesige Geldsummen - erhalten hat und zwar in einem Zeitraum, in dem das Land von Straßenkämpfen erschüttert wurde und erste Kampfhandlungen im Osten des Landes begannen. 

Aber auch das ist noch nicht alles. Soros lässt sich nie die Gelegenheit entgehen der Zivilgesellschaft einige seiner Ideen zu unterbreiten, die sowohl von der Boulevardpresse als auch vom Mainstream mit Freude aufgegriffen werden. Nicht umsonst, natürlich. Für die Debatten in den Massenmedien in Westeuropa stellt er ein Budget von 750.000 Dollar zur Verfügung!

Hier ein Auszug aus einem Memo datiert auf den 05.03.2015:

„Memo for Ukraine working group meeting 05/03/2015

a. Researcher: Ulrich Speck.

Bio: Ulrich Speck, a visiting scholar at Carnegie Europe in Brussels. His research focuses on the European Union’s foreign policy and Europe’s strategic role in a changing global environment. Speck writes a monthly foreign policy column for the Neue Zürcher Zeitung, a leading Swiss daily. He has published widely on German and European foreign policy and transatlantic relations.

b. Changes to ToR: He asked that the $1700 available for expenses be used instead to pay a research assistant (agreed). The media analysis to focus on the three main opinion forming channels and newspaper websites (agreed). Social media analysis to start with the 30 key opinion formers on the topic (agreed).“

George Soros scheint sogar zu wissen, woher Europa das Geld für die „Europäisierung Europas“ nehmen soll.

Er schlägt vor, die Gelder aus dem europäischen Programm für Zahlungsbilanzhilfen in Höhe von 47,5 Milliarden Dollar, die Ungarn und Bulgarien nicht genutzt hätten, den Ländern wieder weg zu nehmen und sie der Ukraine zukommen zu lassen. Auch könnte man von Portugal 15,8 Milliarden Dollar zurück verlangen, die das Land aus dem Finanzstabilitätsprogramm erhalten, aber nicht komplett genutzt hat. Soros macht zwar darauf aufmerksam, dass die Gelder nur den EU-Mitgliedern zugänglich gemacht werden können, aber er hat auch dafür eine Lösung parat. Er möchte den EU-Staaten empfehlen, diese Regeln mit einer einfachen Mehrheit Zugunsten der Ukraine zu ändern. Dass er direkt mit den aus der EU in die Ukraine umgeleiteten Geldströmen zu tun haben wird, ist klar. Es gibt Informationen darüber, dass es die Soros-Stiftungen sein werden, die in der Rolle von En-Route-Verwaltern für diese riesigen Geldströme, die angeblich für das Wohl der Ukraine gedacht sind, zuständig sein werden. Die Verwaltungskosten wird Kiew natürlich selbst bezahlen müssen. Geht man selbst von den einfachsten Bilanzkennzahlen aus, werden nach dem Transfer in die ukrainischen Banken etwa sechs Milliarden Dollar auf den Soros-Konten „hängen bleiben“.

Und schließlich, die für Kiew schmerzhafte Frage der Geldschulden gegenüber Moskau. 

Dabei geht es um drei Milliarden mit Zinsen, von denen sich die Ukraine kategorisch weigert etwas zurück zu zahlen und dabei alle erdenklichen Regeln von Darlehens- und Kreditzahlungen bricht. Soros hat Kiew empfohlen, Moskau vorzuschlagen die Rückzahlung auf freiwilliger Basis aufzuschieben, im Austausch gegen eine Lockerung der Sanktionen. Was für eine überraschende Wendung! Das heisst, wenn Moskau auf die Gelder verzichtet, dann werden die Sanktionen aufgeweicht. Aber was ist dem heiligen Kampf um die Zugehörigkeit der Krim, der Forderung angebliche russische Streitkräfte aus der Ostukraine abzuziehen etc.? Heisst das, im Austausch für drei Milliarden wäre die ukrainische Elite, angeführt vom ukrainischen Präsidenten, dazu bereit die Krim und den Osten des Landes aufzugeben? 

Das ist kein besonders hoher Preis für die Leben tausender ukrainische Bürger, die in den Krieg geschickt wurden und dort starben. Geschickt von ihrer Regierung, der die heiligen Ziele gar nicht so heilig zu sein scheinen. 

Wir setzen unsere Recherchen fort und versprechen dieses Thema bald wieder aufzugreifen. 

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