Politisches Telegramm: „Es war die Horrorvision“

Dienstag, 5. Februar 2019

Dr. Norbert van Handel: “Der Plan von US-Finanzminister Henry Morgenthau 1944 sah vor Deutschland als Strafe für den Zweiten Weltkrieg in einen Agrarstaat zu verwandeln.“

Dr. Norbert van Handel:“ US-Finanzminister Henry Morgenthau 1944 vorsah Deutschland als Strafe für den zweiten Weltkrieg in einen Agrarstaat zu verwandeln.“


Politisches Telegramm: „Es war die Horrorvision“

Politisches Telegramm: „Es war die Horrorvision“Von Dr. Norbert van Handel

Nach der so genannten „Kohlekommission“ sollen in den nächsten 20 Jahren alle Kohlekraftwerke stillgelegt werden. Schon 2020 sollten auch alle Kernkraftwerke eingemottet sein. 

Deutschland

Beide Energieträger liefern derzeit knapp 50 (!!) Prozent der deutschen Energieproduktion. Dass ein Energiemanko dieser Art durch einen forcierten Ausbau von Wind- und Sonnenkraft ersetzt werden kann, bezweifeln selbst die größten Optimisten. Sollte Deutschland de-industrialisiert werden, hätte man das erreicht, was der Morgenthau-Plan vom seinerzeitigen US amerikanischen Finanzminister Henry Morgenthau 1944 vorsah Deutschland als Strafe für den zweiten Weltkrieg in einen Agrarstaat zu verwandeln. Es war dies schlechthin die Horrorvision nach dem verlorenen Krieg.
Der Umwelteffekt der deutschen Energiepläne ist nicht groß: in Deutschlands Nachbarländern baut man laufend Kohle- und Kernkraftwerke auf. Französische, tschechische und polnische Atom- und Kohlekraftwerke springen ein, wenn Deutschlands Wind- und Solarvisionen wieder einmal nicht funktionieren. Vor allem Osteuropäer aber genießen (politisch enteignete) hochqualitative deutsche Gebraucht-Dieselwagen mit Genuss. Umweltmäßig also nichts erreicht – im Gegenteil. Machiavelli schrieb in seinem Principe, Kap 22 : "Es gibt dreierlei Form von Intelligenz : die erste ist selbsttätiger Art; die zweite versteht, was ein anderer denkt; die dritte vermag weder selbständig zu denken, noch zu verstehen, was man erklärt.“

Österreich
- Herbert Kickl, dem effizientesten Innenminister, den Österreich je hatte, wird vor allem von der Linkspresse vorgeworfen, bezüglich Sicherheit nicht nur über nationale Gesetze, sondern auch über internationale Verträge - hier die europäische Menschenrechtskonvention - nachzudenken.
Wie wichtig dies ist, zeigt ein Beispiel: so verfügt die Konvention in Artikel 5 „dass jede Person das Recht auf Freiheit und Sicherheit hat“, verweist aber in Absatz 1, lit. e des Artikel 5 darauf, „dass Alkohol- oder Rauschgiftsüchtigen und Landstreichern die Freiheit rechtmäßig entzogen werden kann“.
Landstreicher ins Gefängnis und straffällige, gefährliche Asylsuchenden nicht?
Die Menschenrechtskonvention ist 60 Jahre alt – sie dürfte nicht reformiert werden? Die Aufklärung als Konstrukt für freie Bürgerrechte im 18. Jahrhundert forderte die Freiheit des Denkens. Die heutigen Linken verlangen anscheinend die Durchsetzung sozialistisch-kommunistischer Doktrinen – Denken gehört nicht dazu. 

Österreich-Ungarn
Der französische Philosoph Bernhard-Henry Lévy – ein linker europäischer Zentralist meinte kürzlich: Österreich müsste Europa am besten verstehen, weil Wien die Hauptstadt des Habsburger Reiches, das wahrlich nicht schlecht funktioniert hat, war. Es sei ein Wunder der Geisteskraft, mit einem liberalen Regime, eine Wiege der Zivilisation gewesen. 
Sein Verschwinden wäre eine der großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts gewesen.
Österreich war für Europa, was Athen für den griechischen Raum war.

Kroatien
Kürzlich wurde von der seriösen dalmatinischen „Dubrovnik Times“ eine Untersuchung veröffentlicht, wonach mehr als 50 Prozent der Kroaten wieder eine Monarchie wollten. Unter zwei Möglichkeiten, Karl von Habsburg und Amadeo von Savoyen sprach sich die Mehrheit für den Habsburger aus.

Dänemark
Die dänische Regierung, deren Liberalität man kaum in Zweifel ziehen kann, hat grünes Licht für den Bau eines 67 Kilometer langen und 1,5 Meter hohen Grenzzauns aus Stahlmatten erteilt. Grund dafür sei die Gefahr aus Deutschland und zwar die Verhinderung der Ausbreitung der Schweinepest. Es darf doch in Frage gestellt werden, ob nicht die Flüchtlingspolitik der Frau Merkel in Wirklichkeit der Anlass ist?

USA
Außenminister Pompeo setzte kürzlich den bilateralen INF Vertrag von 1978 zum Abbau und Verbot landgestützter Mittelstreckenwaffen mit Russland aus. Die Welt fürchtet nun ein Wettrüsten. Ist das wirklich der Fall? Wettrüsten findet laufend statt, zu Land, zu Luft und zu Wasser und die dabei entwickelten Waffensysteme sind viel wirksamer, als landgestützte Mittelstreckenraketen. Natürlich sind diese gefährlich, aber weltumspannende Raketensysteme mit atomarer Ausrüstung sind viel gefährlicher. Auch hier wieder wird Europa endlich erkennen müssen, dass nur eine eigene starke Verteidigung den an und für sich friedlichen Kontinent schützen kann.

Venezuela
Auch für Venezuela gilt, dass jedes Land seine eigenen Probleme lösen muss. Unzweifelhaft sind Nicolas Maduro und sein Vorgänger Hugo Chávez Schuld am Niedergang dieses einst reichen Staates. Historisch völlig falsch, berufen sie sich auf Simon Bolivar, der für die Freiheit Südamerikas, aber nicht für ein bolschewistisches System kämpfte. Er war von Alexander von Humoldt beeinflusst, den er zwei Mal traf. Jeder vernünftige Mensch muss das Regime Maduros ablehnen. Dies allein rechtfertigt jedoch nicht völkerrechtswidrig vorzugehen. Wenn die USA Öl einkaufen und dem Verkäufer nicht die Möglichkeit geben, über den Kaufpreis zu verfügen, wenn militärische Interventionen zumindest angedacht werden und wenn einige europäische Staaten in ihrer traditionell seltsamen Außenpolitik Juan Guaido „anerkennen“, darf festgehalten werden, dass man nur Staaten und nicht einzelne Politiker anerkennen kann. Diesbezüglich hat der ausgezeichnete Völkerrechtler Univ. Prof. Peter Hilpold klar die völkerrechtliche Lage in einem Artikel in der seriösen „Wiener Zeitung“ unter https://www.wienerzeitung.at/themen_channel/recht/recht/914081_Militaerische-Interventionen.html
beschrieben.

Iran
Der Schah mag ein Autokrat gewesen sein, aber er brachte das veraltete Land nach Vorne. Sicher, man durfte sich nicht gegen ihn stellen. Immer sehr sensibel sind aber Künstler: so meinte Massud Rahnama, Schauspieler und Regisseur, der die Kunstwelt vor und nach dem großen Umsturz kannte: „Wir durften viel machen, nur den Schah kritisieren, das ging nicht.“ Heute ist das Mullah Regime eine derart festgefügte Diktatur, dass sich viele Iraner nach dem im Vergleich dazu milden Schahregime zurücksehnen. Realpolitisch heißt das: was immer der Westen mit dem Iran vereinbart, er muss davon ausgehen, dass er es mit einer islamischen Diktatur zu tun hat, die noch lange nicht veränderbar ist, was nicht heißt, dass auch der heutige Iran Verträge einhält, ähnlich wie das meist auch die Sowjetunion tat. Dies sollte auch der amerikanische Präsident wissen, der ohne Not den Atomdeal aufkündigte. Den Iran wirtschaftlich völlig zu ruinieren würde keine Änderung des Mullah Regimes mit sich bringen.

Kirche
Seine Eminenz Kardinal Schönborn führte kürzlich aus, dass die „Marginalisierung der Kirchen, oft weh tut“ und diese an den Rand gerückt hat.
Erstaunlicherweise führte der Kardinal weiter aus, dass er darin aber auch einen tieferen Sinn erkenne, so seien die Kirchen jetzt näher dort, wo Jesus Christus selbst gewesen sei, am Rand. Für die Kirchen könne der Machtverlust daher auch als „gnadenhafte Zeit“ begriffen werden.
Der erstaunte Leser fragt sich dabei, ob dies eine Absage an die Weltkirche des Christentums ist? Noch unter Papst Benedikt XVI. bemühte man sich in der Tradition der katholischen Kirche und in einem selbstverständlichen Missionsanspruch, die Kirche groß, stark und religiös verbindlich zu sehen. Dies scheint sich nun geändert zu haben. Zur Weltreligion des Islam fand, soviel bekannt ist, seine Eminenz keine Worte.....

Tags: Deutschland, USA, Österreich, Venezuela, Ungarn, Norbert van Handel, World Economy

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