Ein Blick nach Osten

Donnerstag, 28. April 2016

Der Westen scheint aus durchsichtigen Gründen die Dinge in Europa und den europäischen Nachbarregionen auf die Spitze treiben zu wollen

Willy Wimmer, Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesministers der Verteidigung a.D

Wenn man bereit ist, die vom Westen über Russland gelegten Hetzschleier beiseite zu schieben, fördert ein nüchterner Blick erstaunliche Umstände zu Tage: eine aufgeschlossene, zielstrebige und hart am politischen Ball operierende Lokal- und Regionalpresse, Regierungsmitglieder, die stundenlang förmlich gegrillt werden und ein Präsident, der sich unter seine Gäste mischt, ohne eine Sicherheitsmauer zu seinen Nachbarn zu errichten. Das konnte man in St. Petersburg Anfang April tagelang bei einer Russlandweiten Medienkonferenz in Augenschein nehmen. Russland ist für demokratische Überraschungen gut, so ganz anders als das, was in Westeuropa Schritt für Schritt seit mehr als zehn Jahren abgebaut wird. Der Westen scheint aus durchsichtigen Gründen die Dinge in Europa und den europäischen Nachbarregionen auf die Spitze treiben zu wollen. Im Empfinden vieler Menschen in ganz Europa, hat sich in den letzten Jahren Russland und sein Präsident als europäischer Stabilitätsanker bewiesen. Wann werden die anderen Staats-und Regierungschefs in Europa und diejenigen, die hier mit aller Gewalt ihre Interessen durchzusetzen versuchen, den Weg zu einer gemeinsamen Verantwortung mit Präsident Putin für den kriegsgeschundenen Kontinent wahrnehmen?

 

 

Foto: Willy Wimmer

 

Die Meinung des Autors kann von der Meinung der Redaktion abweichen. Die Redaktion räumt dem Autor gemäß Artikel 5 des deutschen Grundgesetzes das Recht ein, seine Meinung frei zu äußern.