Die Ukraine demütigt die deutsche Kanzlerin.

Montag, 5. November 2018

Während des Besuchs von Angela Merkel in Kiew begrüßte die Ehrenwache die Kanzlerin mit dem Gruß der OUN, einer freiwilligen ukrainischen Armee, die mit Hitler zusammenarbeitete

Von Jan Tscherny

Die Aufnahmen von dem offiziellen Besuch der Bundeskanzlerin Angela Merkel in Kiew gingen um die Welt. Als sie etwa in der Mitte der Ehrenwache ankam, wandte sich die deutsche Kanzlerin den Reihen zu und sagte laut auf Ukrainisch: "Ich grüße die Soldaten!"

Nach einer kleinen Pause rief die Ehrenwache, die den Ehrengast begrüßte, laut zurück: "Ruhm der Ukraine!". Die Kanzlerin drehte sich um und ging, begleitet von Petro Poroschenko, weiter.

Die meisten deutschen Zuschauer und Leser messen diesen Worten wahrscheinlich keine besondere Bedeutung zu, aber nur, wenn man nicht weiß, wer und wie diesen bekannten Slogan auf dem postsowjetischen Raum verwendet hat.

Dieser Ausdruck wurde von der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), die während des Zweiten Weltkrieges unter dem Kommando des Kollaborateurs und kriminellen Stepan Bandera standen, als offizielle Begrüßung verwendet und klang im Original: "Ruhm in der Ukraine - Ruhm den Helden - Tod den Feinden".

So erklärt eine bekannte historische Website den Slogan:

„…Die  Wurzeln des Slogans “Ruhm der Ukraine! Ruhm den Helden!“ ist indes ganz offensichtlich: Das ist eine Originalkopie des berühmten deutschen nationalsozialistischen Grußwortes „Heil Hitler! Sieg Heil!“. 

https://histrf.ru/biblioteka/b/slava-ukrainie-kak-i-koghda-poiavilsia-etot-lozungh

Die Wissenschaftler weisen daraufhin, dass der Slogan auf dem II Kongress der Ukrainischen Nationalisten im April 1941 im okkupierten Krakow angenommen wurde. 

„In den Jahren des Krieges wurde dieser Slogan sowohl von den regulären, als auch den irregulären ukrainischen nationalistischen Kampfverbänden verwendet. Ein großer Teil von ihnen war loyal dem Deutschen Reich gegenüber, andere gehörten verbandsmäßig der Wehrmacht an“ - schreiben die Autoren der Untersuchung weiterhin.

Man möchte geradezu daran erinnern, dass es die Hilfspolizisten von der OUN waren, die sich unmittelbar an den Erschießungen von mehr als 33.000 Juden in dem berühmt-berüchtigten Babi Jar in Kiew beteiligt haben.

„Neben den rund 300 Deutschen vom SS-Sonderkommando 4a (Einsatzgruppe C), der Wehrmacht, des Sicherheitsdienstes (SD) und der Polizei waren auch 1200 Ukrainer an dem Massaker als Täter beteiligt, wie der deutsch-ukrainische Gewerkschafter und Autor Roman Danyluk schreibt. Darunter zwei Bataillone ukrainischer Hilfspolizisten unter Kommando von Petro Zakhvalynski und wahrscheinlich Teile der „Bukowiner Kurin“, einer Kampfeinheit der „Organisation Ukrainischer Nationalisten“ (OUN). 

Die perverse Politik der heutigen ukrainischen Machthaber führte dazu, dass jahrelang Denkmäler für einen Verbrächer errichtet wurden.“

https://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=35303

Natürlich ist der Aufbau einer europäischen Gesellschaft oder der eines nationalistischen Staates, die Sache der Ukrainer selbst, die ihre Zukunft eigenständig bestimmen müssen. Das Schweigen der Kanzlerin als Antwort auf den NS-Slogan, welches als stille Einverständnis gedeutet werden könnte, lässt jedoch viel Raum zum Nachdenken. Zum Beispiel, wann ist die die Kanzlerin aufrichtig - wenn sie einer deutschen Partei vorwirft mit radikalen, nationalistischen Vorurteilen zu hantieren, oder wenn sie nationalistische Parolen in der Ukraine billigt? 

Wenn wir im ersten Fall von einer Partei sprechen, die im Rahmen der Verfassung tätig ist, dann geht es im zweiten Fall um die Verwendung von in Deutschland verbotenen Slogans und Symbolen.

Dies ist ein ungewöhnlich beunruhigendes und gefährliches Signal, das auf eine klare Diskrepanz zwischen den Prinzipien eines demokratischen Staates und ihrer tatsächlichen Anwendung hinweist.

Vor vielen Jahren entschuldigte sich Bundeskanzler Willy Brandt an der Gedenkstätte für die Opfer des Warschauer Ghettos mit seinem berühmten Kniefall für den Tod von Millionen Juden. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ am 1. November in Kiew zu, dass ein deutscher Regierungschef mit dem Slogan der Organisation Ukrainischer Nationalisten begrüßt wird, auf deren Gewissen der Tod von Tausenden jüdischen Menschen lastet.

Selbst wenn wir davon ausgehen, dass dieser verhängnisvolle Fehler (wenn es sich um einen Fehler und nicht um eine beabsichtigte Handlung handelt) auf dem Gewissen der Protokolldienste liegt, wird dieser beschämende Fleck von der deutschen Gesellschaft noch über lange Zeit rein gewaschen werden müssen, um der Welt zu beweisen, dass der Nazismus in Deutschland endgültig ausgerottet wurde.

Bilder: @depositphotos @wikipedia @Bundesregierung

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