Die EU befindet sich in der tiefsten Krise

Sonntag, 27. Mai 2018

Baron Dr. Norbert van Handel: „…Wir dürfen uns von Deutschland und Frankreich nicht total unterdrücken lassen…“

In Wien fand unter der Schirmherrschaft des St.Georgs-Ordens die 1.Mitteleuropäische Sicherheitskonferenz statt. Prof. Dr. Alexander Sosnowski, Chefredakteur von World Economy sprach mit dem Ehrenprokurator des Ordens, Baron Dr. Norbert van Handel, über Politik, die Rolle Österreichs und des St. Georgs-Ordens bei der Wiederherstellung der europäischen Sicherheit unter Mitwirkung der führenden EU-Länder.

Prof. Dr. Alexander Sosnowski:"Was sind die wichtigsten politischen Probleme, die nicht erst morgen, sondern am besten schon gestern hätten angegangen werden müssen?"

Baron Dr. Norbert van Handel:

Auf jeden Fall aber schon heute. Die EU befindet sich momentan in der tiefsten Krise seit Bestehen. Wenn sich in Italien eine EU-feindliche Regierung bildet, wenn der Brexit kommt, wenn wir die Finanzprobleme nicht in den Griff bekommen, wenn wir mit den Osteuropäern nicht zusammen kommen können, dann kann die EU nicht funktionieren. Darum ist es wichtig, dass die mitteleuropäischen Staaten, mit denen wir Jahrhunderte verbunden waren, plus Bulgarien, plus Rumänien, einen starken Verband innerhalb der EU bilden, um dort in allen Fragen mit einer Stimme zu sprechen. 

Wie sieht die EU heute aus? Eine Kommission, die weit weg vom Volk ist. Ein Herr Juncker, der schon aus verschiedenen Gründen problematisch ist. Ein Herr Timmermans, der nichts anderes will, als Europa zum Multikultistaat zu machen. Ein Herr Asselborn, der zwar nichts zu reden hat, aber immer dazwischen redet. Und eine Bürokratie, die die Wünsche der Länder nicht begreift. 

Wir brauchen keinen Zentralstaat. Was wir wollen, sind die alten Ideen eines de Gaulle, eines Monnet, eines de Gasperi, eines Otto von Habsburg.
Eine EU als Vaterland der Vaterländer und mehr Subsidiarität.
Wir haben drei wichtige Fragen:
1. Frieden in Europa – das gelingt halbwegs, aber wenn ich mir Katalonien oder das Baskenland, wenn ich mir die auseinander strebenden Flamen und Wallonen ansehe usw., so gibt es auch hier größere Probleme.

2. Eine vernünftige Außenpolitik- das was man mit Russland macht, ist keine vernünftige Außenpolitik, das ist eine Katastrophe. Und die Ukraine ist von zwei mafiösen Strukturen geprägt - einer westlichen und einer östlichen. Wenn man Putin heute vorwirft die Krim annektiert zu haben - was nicht okay war - aber im Vergleich dazu, was die Amerikaner im Irak, in Syrien, in Ägypten oder wo auch immer machen, war es harmlos, da die Krim historisch zu Russland gehört. Wir müssen verstehen, dass die USA nicht mehr die USA von 1945 ist, sondern wir haben heute eine interessante Spaltung, das eine ist die Monroe-Doktrin - Amerika den Amerikanern. Und das zweite ist Weltpolitik zu spielen und das aggressiv. Wenn wir heute hergehen und Trump den Vorwurf machen, dass er „America first“ sagt, so ist dieser Weg für die Amerikaner verständlich. Wenn aber der Deal mit dem Iran von Trump boykottiert wird, dann ist das völkerrechtlich ein Problem. Wenn es Trump beispielsweise gelingt Frieden mit Nordkorea zu schließen, dann ist das positiv, aber wir wissen noch nicht ob es klappt. Unser primärer Bündnispartner ist nicht mehr die USA.

3.  Wir dürfen uns von Deutschland und Frankreich nicht total unterdrücken lassen. Frau Merkel ist die größte Katastrophe Europas. Sie ist eine unheilige Mischung zwischen einer Pastorentochter und einer SED Funktionärin, das macht Europa kaputt. Macron ist ein Traumtänzer, der sein eigenes Land nicht im Griff hat und glaubt, er kann jetzt mit gemeinsamen Finanzen und einem gemeinsamen Finanzminister die Schulden Frankreichs reduzieren. Das geht nicht. Wenn wir hier als Mitteleuropäer nicht nur sagen: „Wir haben uns alle lieb!“, sondern: „Wir wollen bei den wichtigen Themen mit einer Stimme sprechen!“, dann könnten wir die EU reformieren.

Prof. Dr. Alexander Sosnowski:"Polen hat vor kurzem die Idee vorgebracht ein „Intermarium“ zu schaffen. Was halten Sie davon?"

Baron Dr. Norbert van Handel:

Das ist eine interessante Idee. Jede Idee, die irgendwie zusammen führt - ist gut. Aber es fehlt uns immer noch eine Institution, die innerhalb der EU agiert. Wir haben alle möglichen Organisationen. Aber wir brauchen eine mitteleuropäische Zusammenführung, die klar sagt: in Dingen der Wirtschaftspolitik, der Wissenschaft, der Landesverteidigung, der Infrastruktur agieren wir zusammen und wir wollen nicht, dass unsere Traditionen, unsere Kulturen, unsere Religionen kaputt gehen. Und das passiert, wenn die EU so weiter macht. 

Prof. Dr. Alexander Sosnowski: "Im Moment sieht alles danach aus, als würden sich die Dinge eher in Richtung einer Konfrontation zwischen West- und Osteuropa entwickeln. Welche Rolle könnte Mitteleuropa bei den weiteren Entwicklungen spielen? Und auch Österreich und der Orden selbst?"

Baron Dr. Norbert van Handel:

Der Orden ist gerade dabei das größte politische Netzwerk in diesen Ländern aufzubauen. Es geht zügig voran, aber natürlich haben wir noch viel zu tun. Die Rolle Österreichs ist natürlich eine, die traditionell geprägt ist, aber Österreich darf kein Supremat werden. Ich bin der festen Meinung, dass Wien zwar Ideengeber ist, vielleicht auch Zentrum, aber kein Supremat. Wir können nicht zurück zu Österreich-Ungarn. Es muss die Gleichberechtigung der Länder gegeben sein, aber es muss eine Organisation geschaffen werden, die in der Lage ist das zusammen zu fassen und zu organisieren.

Prof. Dr. Alexander Sosnowski: "Befürchten Sie nicht, dass Frau Merkel diesen Gedanken zunichte macht?"

Baron Dr. Norbert van Handel:

Frau Dr. Merkel hat noch fünf bis sieben Monate und dann ist sie, hoffentlich, Geschichte.

Prof. Dr. Alexander Sosnowski: "Inwieweit könnte die europäische, österreichische Elite und dazu zähle ich natürlich auch den Orden, zur moralischen Wiederauferstehung Europas und zum ethischen Verständnis der Politik beitragen?"

Baron Dr. Norbert van Handel:

Der Orden hat Werte. Wir sind überparteilich. Die zentrale Werte des Ordens sind: christlich, wirtschaftsliberal - aber nicht im Sinne des Großkapitals, der Orden ist europäisch - aber im Sinne von einem Vaterland der Vaterländer, er steht für eine starke  Landesverteidigung. Er ist wertkonservativ, das heißt, Familie, Eigentum, Leistung usw. Und wer diese Werte hat, der ist bei uns willkommen. Und diese Werte müssen wir transportieren. 

Prof. Dr. Alexander Sosnowski: "Es ging kürzlich eine Meldung durch die Ticker: George Soros zieht von Ungarn nach Berlin um. Was halten sie von seinen Aktivitäten?"

Baron Dr. Norbert van Handel:

Wissen Sie, wie Soros zu seinem Geld gekommen ist? Er hat gegen das Pfund spekuliert. Die Währung ist eines der wichtigsten Dinge des Staates. Wenn ich einen Staat damit unter Druck setze, dass ich aus Eigenkapitalinteresse seine Währung ruiniere, dann sehe ich darin keinen moralischen Wert. Punkt. Man kann das machen oder nicht machen, aber man soll sich dann nicht als Moralapostel aufspielen. 

Soros ist eine der großen Gefahren, die es gibt, würde ich sagen. Man braucht nur ins Internet zu gehen, um zu sehen, was das für ein Mann ist. Er sitzt in seinem feinen Domizil und will die gesamte Welt in ein Multikultisystem pressen. Das ist Soros. Infiltrieren mit lauter Fremdkulturen kann nicht die Lösung für Europa sein. Ich bin nicht anti-irgendetwas, Österreich war und ist ein internationales Land, aber wir brauchen nicht das Proletariat der ganzen Welt und dazu noch islamistisch! 

Prof. Dr. Alexander Sosnowski: "Herr Baron, wir danken Ihnen vielmals für dieses Gespräch". 

Bilder: @worldeconomy @depositphotos

Die Meinung des Autors/Ansprechpartners kann von der Meinung der Redaktion abweichen. 

Grundgesetz Artikel 5 Absatz 1 und 3 (1) „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. 

Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“

Am 25. Mai 2018 tritt die neue EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft. World Economy S.L. aktualisiert in diesem Zuge seine Datenschutzbestimmungen. Gerne möchten wir Sie weiterhin mit unserem Newsletter an Ihre E-Mail-Adresse informieren. 

Sie haben jederzeit das Recht, der weiteren Nutzung Ihrer personenbezogenen Daten für die Zukunft zu widersprechen.