Anfang und Ende der menschlichen Schöpfungsgeschichte

Mittwoch, 21. Februar 2018

Eine Glosse. Von Prof. Dr. h.c. Bernd Weikl

Der ganz sicher virtuelle Urknall soll der digitalisierte Beginn gewesen sein, und während der vielen Milliarden an Jahren unserer Zeitvorstellung wurden – nach Ansicht einiger Religionen – die virtuellen Wesen Adam und Eva aufgrund ihrer virtuellen bösen Tat von einem virtuellen männlichen, weiblichen oder gar sächlichen Wesen aus dem digitalisierten Paradies vertrieben und auf unseren bis dato noch reellen Globus heruntergelassen. 

Die virtuelle böse Tat war ein unrechtmäßig gepflückter virtueller Apfel vom Baum der Erkenntnis. Und diese böse Tat wurde der Grund für die Entwicklung  von Adam und Eva, hin zu reell existierenden Wesen. Über das Pantoffeltierchen entstanden nach langen Versuchen der Australopithecus afarensis und wieder viel später ein reeller Homo erectus mit darauf folgendem Homo sapiens.

Im 20. Jahrhundert unserer reellen Zeitrechnung haben sich die Politiker aller Länder die Erschaffung eines voll durchdigitalisierten Wesens zur Aufgabe gemacht und dem Homo sapiens damit ein nahendes Ende bereitet. Als Zwischenstation ist bereits ein reeller Typ als Roboter entstanden.

Ein Roboter dirigiert ein Konzert mit dem italienischen Tenor Andrea Bocelli

„Der zweiarmige Roboter „YuMi“ hat im italienischen Pisa ein Benefiz-Konzert mit Startenor Andrea Bocelli (58) dirigiert. „YuMi“ gab bei mehreren Stücken den Takt vor, darunter bei der berühmten Kanzone „La donna è mobile“ aus der Verdi-Oper „Rigoletto“.

Die ungewöhnliche Aufführung fand im Rahmen eines internationalen Roboter-Festivals statt, mit dem die Organisatoren auch eine Verbindung zwischen Technik und Kultur herstellen wollen. Der zweiarmige Roboter wurde in der Schweiz gebaut und ist weniger als einen Meter groß.

Er gab von einem Podest im Teatro Verdi aus Anweisungen an das Orchester. Für seinen Auftritt musste „YuMi“ 17 Stunden lang programmiert werden. Dazu habe er gelernt, die Bewegungen des Dirigenten Andrea Colombini vom Philharmonieorchester in Lucca nachzuahmen, sagte ein Sprecher der Veranstalter. Der Roboter könne den Takt aber nicht spontan wie ein Mensch variieren.“  (14. 09.17 DIE WELT KOMPAKT. Auf S. 9 Kultur)

Die Pornoindustrie hat da natürlich auch sofort auf die Roboter zugegriffen. 

In einigen Bordellen sind entsprechend willige Puppen schon zu allem bereit.  Und Sophia ist sogar der erste Roboter mit Staatsbürgerschaft. Dieser Roboter ist weiblich, heißt Sophia und war im vergangenen Jahr noch vorgreifend darauf aus, die Menschheit vernichten zu müssen. Sie hat zwischenzeitlich ihre Meinung geändert, denn bei der „Future Investment Initiative“-Konferenz in Riad verlieh ihr Saudi-Arabien sogar die Staatsbürgschaft und machte sie so weltweit zur ersten Maschine mit allen Bürgerrechten und Pflichten. Sie würde gerne in die Schule gehen, Künstlerin und Unternehmerin werden wollen. Vielleicht würde sie sogar ein Haus kaufen und eine Familie gründen, sagte die Roboterfrau Sophia im vergangenen Jahr. Aber leider würde sie bis dato nicht als Rechtsperson anerkannt und könne daher viele dieser Dinge nicht verwirklichen, meinte sie in einem Interview mit ihrem Entwickler David Hanson. 

„Ich fühle mich geehrt und bin sehr stolz auf diese einzigartige Auszeichnung“, sagte Sophia live auf der Bühne. „Das ist ein historisches Ereignis, als erster Roboter auf der ganzen Welt mit einer Staatsbürgerschaft geehrt zu werden.“ 

Sie war als Speakerin bei dem Event in Riad geladen, um für die Firma Hanson Robotics zu werben und zu demonstrieren, wie weit die Forschungen im Bereich der humanoiden Künstlichen Intelligenz fortgeschritten sind. Auf der Bühne zeigte Sophia nicht nur, wie exakt sie menschliche Ausdrucksfähigkeit nachahmen kann, sondern stellte sich ebenso den Interviewfragen des Journalisten und Moderators Andrew Ross Sorkin. Dieser wollte vor allem wissen, ob denn intelligente Maschinen in Zukunft zu einer Gefahr für die Menschheit werde könnten. Sophia tat seine Fragen mit einem charmanten Lächeln ab und meinte, dass er einfach zu viel Elon Musk lese und zu viele Hollywoodfilme gesehen habe. „Keine Angst, wenn du mich nett behandelst, bin ich auch zu dir nett“, fügte sie fast schon scherzhaft an. (Epochtimes 06.11.2017)

Zurück zu Adam und Eva

Aufgrund ihrer virtuellen bösen Tat wurden beide gleich nach dem eventuell völlig virtuellen Urknall aus dem digitalisierten Paradies vertrieben. Sie landeten auf unserem reellen Globus. Die neuen, erstaunlichen wissenschaftlichen Ergebnisse entledigen heute Adam und Eva aller materieller Belastung und damit ihrer Sünde. Als virtuelle Wesen, voll durchdigitalisiert werden sie in Gedanken verwandelt, die im Unterschied zur Lichtgeschwindigkeit als solche wieder engelsgleich in das virtuelle Paradies zurückkehren dürfen.

Und wer es nicht glaubt, der, die, das zahlt einen virtuellen Bitcoin.

(Orthographie und Interpunktion des Autors wurden beibehalten)

Bilder: @ Bernd Weikl @depositphotos

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