Synthetische Drogen made in Ukraine

Freitag, 22. Februar 2019

Die Drogenherstellung in der Ukraine nimmt stetig zu. Besonders synthetische Drogen sind gefährlich und gelten nicht umsonst als eine der gefährlichsten Waffen für die Gesellschaft.

Die Drogenherstellung in der Ukraine nimmt stetig zu. Besonders synthetische Drogen sind gefährlich und gelten nicht umsonst als eine der gefährlichsten Waffen für die Gesellschaft.

Synthetische Drogen made in Ukraine

Von Jan Tscherny

Der Drogenhandel in der Ukraine hat sich in den letzten Jahren erweitert, unter anderem nutzen die Drogendealer das Internet, um ihre Waren zu verkaufen. Während früher Drogen wie MDMA und Amphetamine meist aus Polen und den Niederlanden in die Ukraine geschmuggelt wurden, haben die Sicherheitsbehörden in den letzten drei Jahren vermehrt synthetische Drogen Fentanyl und das halluzinogene Präparat Phenzyklidin sichergestellt. Diese synthetischen Drogen wurden in der Ukraine hergestellt. Besonders gefährlich ist Fentanyl durch seine hohe Toxikation. Plötzlich ist auch eine „legale“ Droge in der Ukraine aufgetaucht. Es geht um das hochwirksame Antiderprissivum „Tianeptin“. Das schlimmste ist, so der Drogenexperte Andrey Batschinski, dass man es einfach in der Apotheke erwerben kann und es sogar noch schlimmer ist als das berühmt-berüchtigte „Coldact“, (ein legales Medikament gegen Erkältung, welches oft von Drogensüchtigen konsumiert wird) wegen seiner blitzschnellen Wirkweise. 

Im Nachbarland Russland wurden seit eineinhalb Jahren mehr als 1300 ukrainische Drogenhändler festgenommen. 

Mittlerweile wird überall in der Ukraine mit Drogen gehandelt und sie drängen zunehmend über die Grenze nach Russland. Die Stadt Odessa am Schwarzen Meer ist ein Paradebeispiel für den heutigen Drogenhandel. Jeder Zehnte dort ist drogenabhängig und ebenfalls jeder Zehnte leidet unter einer Immunschwäche. Ursprünglich wurden synthetische Drogen, die in der Ukraine produziert wurden, auch vor Ort und Stelle konsumiert, nun ist es so, dass Drogen aus Ukraine nach Europa und Russland eingeführt werden. „Die neuen psychoaktiven Substanzen sind synthetisch", sagt der ehemalige Chef der Abteilung für die Bekämpfung drogenbedingter Straftaten, Andrey Kichtenko.

Im Durchschnitt kommt jede Woche eine von diesen neuen Substanzen auf den Markt. Tatsächlich sind sie analog zu bereits existierenden Medikamenten, die jedoch in ihrer chemischen Struktur nicht unter staatliche Kontrolle fallen. Das heißt, de facto handelt es sich um eine narkotische oder psychotrope Substanz, einschließlich der besonders gefährlichen und de jure können sie aufgrund ihrer neuen chemischen Zusammensetzung absolut legal sein.

Info:

Synthetische Drogen wie Fentanyl breiten sich dabei besonders schnell aus. Der Musiker Prince starb beispielsweise durch eine Überdosis des Schmerzmittels Fentanyl. Dieses Rauschmittel wird aber auch in der Medizin eingesetzt, um starke Schmerzen zu behandeln. Das Mittel erhöht im eigenen Körper die Produktion von Endorphinen, somit wird der Schmerzreiz unterdrückt. Fentanyl wirkt 80 mal stärker als Morphin und wird auch als synthetisches Heroin verkauft. Die Herstellung als Droge kann durch bereits geringe Mengen einen hohen Umsatz generieren und vor allem zum Strecken von Heroin verwendet werden. Durch die starke Wirkungsweise können schon geringe Mengen Fentanyl für den Menschen tödlich sein. 

Die Gründe für diesen Anstieg der Herstellung von synthetischen Drogen in der Ukraine sind unterschiedlich. 

Unter anderem finden weniger Grenzkontrollen statt, deshalb ist die Ausfuhr und Einfuhr der Drogen einfacher geworden. Durch die erhöhte Heroinproduktion in Afghanistan brauchten die Händler neue Absatzmärkte, deshalb ist der Konsum ebenfalls angestiegen. Steigende Arbeitslosigkeit ist ein weiterer Grund für die Drogenherstellung in der Ukraine. Zusätzlich benötigt man Händler oder Kuriere, welche die Rauschmittel verkaufen und liefern. Das bietet den Bürgern zusätzliche Beschäftigung, Geld und vergrößert die organisierten Verbrechergruppen, die aufgrund der instabilen Situation im Land immer mehr Einfluss gewinnen und verdeckt im Untergrund agieren können. Das ukrainische Gesundheitsministerium setzte sich für die Legalisierung von Marihuana ein und im vergangenen Jahr fand in Kiew ein sogenannter Freiheitsmarsch zur Unterstützung der Legalisierung der Lagerung von Marihuana für den Eigenbedarf statt. Auch führte die Ukraine im vergangenen Jahr die Drogenhandelsstatistik an.

Andere Regierungen versuchen gegen den Drogenhandel vorzugehen. 

Russland sieht sich hier als Vorreiter, da es als Nachbarland selbst davon betroffen ist. Russlands Anti-Drogen-Kampagne hat also auch Auswirkungen. Mitte Februar 2017 gab das russische Innenministerium bekannt die Aktivitäten des in der Ukraine gegründeten Drogensyndikats „Chimprom“ unterbunden zu haben, welches seine Drogen in Russland verteilte. Das Ministerium stellte fest, dass sich die "Rekrutierungszentren" des Syndikats, in denen künftige Kuriere eingestellt wurden, in Kiew befanden und von den 67 inhaftierten Mitgliedern der Drogengruppe waren 47 Bürger der Ukraine.

Terrorgruppen auf der ganzen Welt finanzieren sich häufig mit dem Verkauf von Drogen. Steigt der Umsatz von Heroin aus Afghanistan, so werden auch örtliche Terrororganisationen reicher und können ihren Einflussbereich ausweiten. Diese Auswüchse gefährden auch die Interessen innerhalb der EU. Die Kriminalität macht nämlich vor den Grenzen keinen Halt und kann so schnell zu einem gesamteuropäischen Problem heranwachsen. 

In einer der ukrainischen Publikationen heißt es, dass sich im April 2014, während des „Euromajdans“ eine Werkstatt für Arzneimittelherstellung in einem besetzten Rathaus befunden habe. 

Dann wurden die Drogen am 2. Mai massiv an die Mörder in Odessa verteilt. „In industriellen Mengen wurde die Chemie für die Herstellung von Captagon insbesondere in die Ukraine geliefert, insbesondere am 11. Mai, als unter strikter Geheimhaltung eine Maschine auf dem Flughafen in Kiew ankam, aus der Container mit Chemikalien und Packungen von gebrauchsfertigen Amphetamintabletten geladen wurden. Die Fracht wurde von dem CIA-Offizier Richard Michael und 70 Söldnern einer privaten polnischen Sicherheitsfirma begleitet“, schreibt die Zeitung.

Der wirtschaftliche Schaden ist dabei nur ein nebensächlicher Punkt. Die Instabilität einer Regierung in diesem Gebiet wäre eine Gefahr für den Frieden innerhalb Europas. Auch außenpolitisch ist dieses Thema damit sehr brisant.

Tags: Drogenhandel, Drogen, Ukraine, Russland, synthetische Drogen

Quellen:

1.https://vz.ru/news/2019/2/1/962130.html 

2.08_WB_Drogenmaerkte_Kriminalitaet_2018.pdf

3.Öffentliche Sicherheit , Ausgabe 1-2/2005

4.https://www.gorod.cn.ua/ 

5.Украина/ Психотропное химическое оружие — технологии массового зомбирования ЦРУ в действии/ matveych.pdf6.Что такое «легальные» наркотики, кто крышует наркобизнес в стране и как запрещенные вещества попадаю.pdf

Bilder: @worldeconomy @depositphotos

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