Offener Brief an RT Deutsch

Sonntag, 2. September 2018

Heute bei RT: Bemühungen der Sowjet-Diplomatie gegen Hitler

Den fraglichen Artikel habe ich mit großem Interesse gelesen. Ich frage mich allerdings, wie man an die damit verbundenen Fragen herangehen soll? Der brillante russische Historiker, Herr Nikololay Starikov aus St. Petersburg,hat in seinem aufsehenerregende Werk: “Wer zwang Hitler, Stalin anzugreifen?“ darauf aufmerksam gemacht, in welcher Weise der amerikanische Militärattaché in Berlin Anfang der zwanziger Jahre den in München festsitzenden Adolf Hitler finanziert haben soll, getreu dem nicht nur amerikanischem Motto:Nazis welcome. Wenn man im letzten Jahr die Einladung des französischen Präsidenten Macron an US-Präsident Trump nach Paris sieht, kann einem heute noch politisch „schlecht“ werden.

Die Einladung galt ausdrücklich der Erinnerung an den amerikanischen Kriegsbeitritt an der Seite Frankreichs gegen Deutschland und beide besuchten das Grabmal von Marschall Foch. Dieser hatte schon Jahre zuvor mit besonderen britischen Partnern den Krieg gegen Österreich-Ungarn und das kaiserliche Deutschland, einem im Vergleich zu England und Frankreich absolut friedlichen Staat in der Mitte Westeuropas, geplant. Ein fortschrittliches Land musste beseitigt werden. Das weckt die Erinnerung an den Stratford-Chef George Friedman mit seinem Hinweis, dass es oberstes Ziel der amerikanischen Politik sein müsse, jede enge Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland auf dem Kontinent unmöglich zu machen und das seit der Gründung des Deutschen Reiches 1871. Man sollte sich auch die Äußerung der britischen Premierministerin Thatcher in Zusammenhang mit der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 in Erinnerung rufen. Helmut Kohl hat immer wieder darauf aufmerksam gemacht. Frau Thatcher sprach davon, dass Deutschland jetzt wieder da sei, nachdem man es zweimal aufs Haupt geschlagen habe. Vielleicht erläutert der jüngsterfolgte Brexit die Gedanken britischen Vorgehens, wenn man aus London auf den Kontinent und damit auch auf Deutschland blickt. Die Finanzierung durch den amerikanischen Militärattaché für Hitler ist in dieser Rechnung auf die fürchterlichste Weise aufgegangen. Allerdings sind die SIOP-Nuklearpläne der USA gegen das schon kriegszerstörte sowjetische Reich mit geplanten rund 100 Millionen Toten Anfang der Sechziger Jahre noch eine andere Dimension. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass Deutschland wieder in die Zange genommen wird, weil es in der überwältigenden Mehrheitdes deutschen Volkes keine Neigung dafür gibt, sich gegen ein großes Nachbarvolk in Stellung bringen zu lassen. Frau Nuland hat mit ihrem Hinweis auf die Milliardeninvestition aus USA für den Putsch in Kiew deutlich gemacht, um was es den Kriegstreibern geht. Heute Kiew und morgen Moskau. Das will das deutsche Volk nicht und deshalb gibt es Druck. Das kann man in diesen Tagen wegen der Proteste in Chemnitz nach dem Mord an einem Bürger plastisch sehen. Provokateure zeigen den Hitler-Gruß, damit diese Bilder mit der kalkulierten Wirkung um die Welt gehen. Wir haben unsere Erfahrung damit, aus welchen Ecken diese Provokateure der gewünschten Wirkung wegen finanziert werden. Medien sprechen sogar davon, dass diese Provokateure aus dem deutschen Staatsapparat beauftragt sein könnten.

Damit würde der deutsche Staat gegen seine eigene Bevölkerung agieren.
Es ist offenkundig, dass es Umstände gab, die aufhorchen lassen, nachdem es wegen eines verschwundenen Mädchens vor einigen Jahren ein deutliches Zerwürfnis mit Moskau gab. In Chemnitz wurde zwei Personen in der Begleitung des ermordeten Bürgers ebenfalls erheblich verletzt. In den Medien steht, dass es Russland-Deutsche sind. Man kann sich nur ausmalen, welche Auswirkungen dies als Provokation gehabt haben würde, wenn man an das Potential dieser Provokation denkt. Mit den Vorgängen in Sachsen legt man nach dem Lissabon-Vertrag der EU die Grundlage für den Einsatz der Bundeswehr im Innern und damit die Einflussnahme der NATO auf die inneren Verhältnisse in Deutschland. Heute kann das deutsche Volk noch seine Abneigung gegen einen Konflikt militärischer oder sicherheitsrelevanten Art gegen Russland und die dort lebenden Menschen artikulieren. Ob das morgen noch gelten kann, das wage ich zu bezweifeln. Das Schicksal, das Russland zugedacht ist: man sollte sich das Vorgehen gegen das friedensbezogene Deutschland über den Ersten Weltkrieg und das Diktat von Versailles ansehen. Dann weiß man, welches Schicksal einem zugedacht ist, inklusive der Kreaturen, die das letzte Jahrhundert ebenfalls bestimmt haben. Im nächsten Jahr denkt die Weltdaran, dass vor siebzig Jahren die NATO gegründet wurde und wie ihr Gründungsmotto war: die Amis rein, die Russen raus und die Deutschen unten. Aber wir denken auch an 1919 mit Versailles und 1939 mit dem Kriegsbeginn, der zum Zweiten Weltkrieg führte. Da sollte alles auf den Tisch.

WILLY WIMMER Staatssekretär a.D.

 

Bilder: @depositphotos 

Quelle: https://deutsch.rt.com/gesellschaft/75346-alleine-gegen-hitler-sowjetdiplomatie-in/

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