Politisches Telegramm: "Frisst die Demokratie ihre Kinder?"

Samstag, 30. März 2019

Dr. Norbert van Handel : „Noch nie stand die Lüge so sehr im Mittelpunkt des politischen Geschehens wie heute“


Frisst die Demokratie ihre Kinder?


Von Dr. Norbert van Handel

Die altehrwürdige englische Demokratie treibt seltsame Blüten:
- Theresa May, die eindeutig gegen den Brexit war, lässt sich von einem
             Parlament, dass mehrheitlich für den Brexit ist, zur Premierministerin
             wählen, um dann mit Vehemenz den Brexit voran zu treiben.
- Die gleiche Premierministerin kündigt ihren Rücktritt für den Fall an, dass das von ihr verhandelte Brexit-Abkommen die parlamentarische Zustimmung erhält. Pervers, nicht? Frisst die Demokratie ihre Kinder?

Das europäische Trio Infernal Juncker, Merkel und Macron will eine gemeinsame Linie mit/gegen China in der Handelspolitik und kritisiert jene EU-Länder, vor allem Italien und Griechenland, die aufgrund ihrer schwierigen Wirtschaftslage Infrastrukturprojekte mit China vereinbaren.
Gleichzeitig schließen aber Deutschland und Frankreich Aufträge über 30 Milliarden Euro für ihren gemeinsamen Flugzeugbauer Airbus mit China ab. Verlogener kann man nicht vorgehen. Es ist dringend notwendig, dass die kleinen mitteleuropäischen Länder sich zu einer kräftigen Achse in der EU zusammenschließen, denn Deutschland und Frankreich vertreten ihre Interessen nicht.

Salzburg 
Kulturmarxismus ist der aktuell heftigste Angriff auf freiheitliche Institutionen: Er geht vor allem über Medien, das staatliche Bildungswesen inklusive Universitäten und die öffentliche Verwaltung. Im Kern besteht der Kulturmarxismus in einer radikalen Gleichheitsutopie, die sich gegen Familie, Ehe und alle partikularen Loyalitäten, Bindungen und Identitäten richtet (von der Gender-Ideologie bis zur sogenannten Antidiskriminierungspolitik, der Sprachreinigung und der sogenannten politischen Korrektheit usw.). Jeder Liberale und Konservative sollte ein klares Bild dessen haben, was hier vor sich geht und darauf rational reagieren. Professor Gerd Habermann spricht dazu im Rahmen der Hayek-Gesellschaft am Donnerstag, 11. April 2019 um 19 Uhr im Hotel Altstadt/Radisson Blu.

Bayer

Bayer Chef Werner Baumann verteidigt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung den Monsanto-Kauf und betont, wie gut die Idee dazu war. Einige Tage später entscheidet ein US-Gericht, dass Bayer 81 Millionen US-Dollar an den an Krebs erkrankten Edwin Hardeman zahlen muss! Die Aktionäre werden sich freuen. Grund ist der Einsatz des glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmittels Roundup, das unter anderem für das Insektensterben ursächlich ist. Über das Insektensterben, das für unsere Umwelt wesentlich gefährlicher als das Kohlendioxid für das Klima ist, wird vielfach der Mantel des Schweigens gebreitet. Landverknappung, Unkrautvernichtungsmittel, das Abholzen des Regenwaldes, der enorme Kunststoffmüll in den Ozeanen sind die wirklichen Gefahren für die Umwelt.
Die Landwirtschaft steckt in der Klemme: Einerseits muss kostengünstig produziert werden, andererseits sägt man sich dabei selbst den Ast ab, auf dem man sitzt. An dieser Stelle wurde schon mehrfach vorgeschlagen, Landwirtschaft und Agrarindustrie national und nicht europaweit zu bewirtschaften.

Die norddeutschen und niederländischen Nahrungsmittelfabriken, die eine wesentliche Lobbyrolle in Brüssel spielen, dürfen nicht diejenigen sein, die die kleinstrukturierte Landwirtschaft Mitteleuropas zerstören.

Donald Trump
Ed Feulner, Berater des amerikanischen Präsidenten, meinte jüngst:
Eines der populärsten Bücher von Donald Trump ist „Die Kunst des Deals“. Darin beschreibt er genau, wie Trump es am Verhandlungstisch schafft, Entscheidungen, die zuvor als unmöglich eingestuft wurden, plötzlich möglich zu machen. Und das macht der US-Präsident nun auch bei Handelsfragen, in den Verhandlungen mit Nordkorea und er weiß auch, wie man verhandelt und sagt, richtigerweise, dass die USA als größte Volkswirtschaft der Welt bei multilateralen Abkommen zu viel hergeben. „America first“ – und das ist wichtig – bedeutet aber nicht „America only“.

Frankfurt
Berlin macht starken Druck auf eine Fusion der beiden größten deutschen Banken, der Deutschen Bank und der Commerzbank. Die Frage ist: Was steckt hinter diesem Druck?
Was weiß man in Berlin, was wir in dieser Schärfe nicht wissen?
Die Antwort lautet, so schreibt der erfahrene Wirtschaftskolumnist Josef Urschitz in der Wiener Presse: „Die jüngste Bankenkrise war nie zu Ende. Für diese Feststellung muss man nur die Börsenkurse der beiden deutschen Fusionskandidaten ansehen. Die liegen in einem Fall um rund 90, im anderen Fall um annähernd 97% unter dem Vorkrisenniveau.“
Kann man zwei so sichtlich Schwerkranke zu einem Gesunden zusammen fusionieren?

Wolfsburg
Volkswagen will bis zu 7000 Stellen streichen. Andere Autofirmen ebenfalls.
Das heißt, es kommen viele tausend höchstqualifizierte Arbeitskräfte auf den Markt – Mitarbeiter mit Fähigkeiten, die wohl kaum, wie Frau Merkel immer wieder fälschlich meint, von unausgebildeten und vielfach aggressiven Migranten kommen
Noch nie stand die Lüge so sehr im Mittelpunkt des politischen Geschehens wie heute!

Bilder: @worldeconomy @depositphotos

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