Norwegen: NATO-Vorposten in der Arktis?

Dienstag, 18. September 2018

Die „Trident Juncture“-Manöver, die die NATO in Norwegen abzuhalten plant, werden die Tendenz zu Verschlechterung der Beziehungen zwischen NATO und Russland nur weiter zu verstärken.

„Eine Militärübung in Norwegen könnte die größte seit Ende des Kalten Krieges sein. Mehr als 40.000 Soldaten aus 30 Nato-Staaten sollen an dem Manöver teilnehmen“, schreibt der Tagesspiegel in einem redaktionellen Beitrag.

Von John Brankly

Über die Manöver der russischen Armee, die Anfang September im russischen Fernen Osten abgehalten wurden, ist Europa aber sehr empört. 

Norwegen wäre nur eine Antwort auf die russischen Manöver, heißt es aus Brüssel.

Kommentatoren schrieben scharfe Beiträge über die größten Manöver, die Russland seit Beginn der 1980er Jahre durchgeführt hat und erinnerten dabei an die berühmten Militärübungen der UdSSR während des Kalten Krieges. An dieser Stelle muss man aber zwei wichtige Punkte im Blick behalten.

  1. Russland führte die aktuellen Manöver auf seinem eigenen Territorium durch, Tausende Kilometer von den europäischen Grenzen entfernt.
  2. Manöver zu vergleichen, die von der UdSSR und von Russland durchgeführt wurden, ist schlechtweg falsch. Russland ist weder in der Größe noch im juristischen Status mit der Sowjetunion vergleichbar.

Daher können wütende Kommentare nur als ein billiger Trick für die Öffentlichkeit und nicht als ernsthafte Analysen angesehen werden. Die NATO-Manöver in Norwegen dagegen, sehen tatsächlich aus, wie in den schlimmsten Jahren des Kalten Krieges. Auf seiner Website versucht das Bündnis, die Notwendigkeit dieser Manöver zu erklären: „Seit 2014 ist die kollektive Verteidigung aufgrund der Veränderungen in der globalen Sicherheitslage zu einem prominenteren Merkmal der NATO geworden. Um die Fähigkeit der NATO zur Planung und Durchführung einer großen kollektiven Verteidigungsoperation zu trainieren und zu erproben, hat das Bündnis mehrere großangelegte Übungen durchgeführt. In diesem Herbst ist die Wende nach Norwegen gekommen“

Tatsächlich geschieht alles aus etwas anderen Gründen.

Die USA erweitern die Nutzung des norwegischen Territoriums, um Trupps ihrer Navy Seals in einem arktischen Klima zu trainieren und zwar in einer kampfähnlichen Atmosphäre.Es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass im norwegischen Vardø die Arbeiten an der Installation einer neuen Radaranlage immer weiter voranschreiten, die ein wichtiger Beitrag Norwegens zur Schaffung des NATO-Raketenabwehrsystems werden soll. Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass dies geographisch den Bau eines neuen Radars in unmittelbarer Nähe der russischen Grenze bedeutet - nur 50 km entfernt. Das neue Radar ist ein modernisiertes System des Globus-2-Radars. Der Bau solcher Systeme birgt eindeutig Gefahren für Sicherheit und Stabilität im Norden. Für Russland bedeutet diese Aktivität an sich bereits eine reale Gefahr für den Erhalt des Sicherheitsgleichgewichts in der Region.

Professor James Fergusson vom Forschungszentrum für Verteidigung und Sicherheit an der Universität von Manitoba (Prof. James Fergusson of the Centre for Defence and Security Studies ), stellte auf dem Forum zu Arktis-Themen fest, dass NATO und Russland nicht notwendigerweise um die Arktis konkurrieren müssen. Seiner Meinung nach, dient die Arktis als ein Feld der Zusammenarbeit und die formale Präsenz der NATO in der Region sei nicht erforderlich.

Quellen:

(https://www.tagesspiegel.de/politik/militaeruebung-in-norwegen-bundeswehr-schickt-8000-soldaten-und-100-panzer-in-nato-manoever/22922788.html)

https://youtu.be/Vk3tkpOx4iI

https://nato.int

https://jfcnaples.nato.int

http://www.massey.ac.nz/massey/learning/departments/defence-and-security-studies/centre-defence-security-studies.cfm

https://ipolitics.ca/2018/02/08/natos-role-arctic-hot-topic/

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NATO's exercise Trident Juncture takes place in Norway this autumn.