Die nagelneue „Seidenstraße“ von China nach Armenien

Montag, 3. Oktober 2016

Zwei antike Völker - Armenier und Chinesen - kennen einander schon seit den Urzeiten

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Das Wort Armenien wird auf Chinesisch „Ja-mej-ni-ja“ ausgesprochen, seine Hieroglyphen bedeuten „Die wunderschöne Maid Asiens“. In den armenischen Quellen, Legenden und Märchen heißt China das Land Chenow, Chinumachin, Chenastan, Chinastan. 

Prof. Dr. Martik Gasparyan, Vice-president International Academy of Spiritual Unity of Peoples of the World 

Prof. Dr. Alexander Sosnowski, Journalist, (Leiter EWAN (Europa-Wissenschaftscenter der Akademie der Naturwissenschaften RAEN) 

Dass es bereits im Mittelalter armenisch-chinesische Handelsbeziehungen gab, bezeugen mehrere archäologische Funde - chinesisches Porzellan, Celadonit - wurde bei den Ausgrabungen in den armenischen Städten Garni, Dwina, Ani und der Festung Amberd entdeckt. Die letzte Bestätigung war die Entdeckung einer armenischen Münze - Drama - im Nationalmuseum von Shanghai. Die Ausstellung hatte das Thema „Seidenstrasse“. Unter den gefundenen Artefakten - ein Brief aus dem XVII Jahrhundert, den der Dalai-Lama an die armenische Gemeinde in Tibet gesendet hat und der als Zeugnis dafür dient, dass die Armenier nicht nur saisonalen Handel betrieben haben, sondern sich in den asiatischen Regienonen nieder gelassen und Wohnorte mit kulturellen und religiösen Stätten gegründet hatten. 

In alten Chinesischen Sagen heißt es, dass das Volk Zhou (Hellhaarige und Blauäugige) XII v.Chr. aus dem Westen nach China kam und etwa 500-600 Jahre im chinesischen Westen verweilte, bis es sich dann gen Osten bewegte und mit dem einheimischen Volk Shang vermischte. In den Legenden der Zhou heißt es unterdessen, dass Zhou und Shang von der gleichen Urmutter abstammen würden. Die Legende besagt, Zhou hätten eine neue Religion ins Land gebracht, die überwiegend auf den Gesetzen des Himmels basierte. 

Historische Quellen belegen, dass die Armenier noch v.Chr. regen Handel mit China trieben und Seide und andere chinesische Waren mitbrachten.

Auch gibt es Belege dafür, dass im II Jh. n. Chr. die Handelsbeziehungen weiter bestanden und Armenische Handelsleute oft Richtung China unterwegs waren. Sie brachten nicht nur chinesische Waren mit, sondern knüpften Kontakte mit den bereits in China ansässigen armenischen Geschäftsleuten.

In der Zeit des Imperators Wu aus der Han-Dynastie (140-80 Jahre v. Chr.) verkauften armenische Handelsreisende Seide, Jade und andere Waren. Der englische Historiker H. G. Wells, meint mit Verweis auf chinesische Quellen, dass die Armenier Jade gegen armenisches und römisches Gold getauscht hätten.

Zu einem der besonders interessanten Fragmente der armenisch-chinesischen Beziehungen gehört die Legende über die Entstehung des armenischen Adelsgeschlechts Mamikonian. Der armenische Historiker aus dem V Jh. Moses von Choren schreibt in seiner Geschichte Armeniens, dass „…zu den Zeiten Schapuchs, der Urahn des Mamikonian-Geschlechts aus dem Nordosten, aus einem großartigen und edlen Land und dem ersten der Nordvölker kam - und das waren die Chen.“ 

Die Wiederherstellung der Großen Seidenstrasse eröffnet für Armenien neue Perspektiven für die Entwicklung aller Wirtschaftszweige. Es bekäme die Möglichkeit von der fortschrittlichen Entwicklung dieser Länder zu profitieren, seine Handelsbeziehungen zu erweitern, was sich zu einem der wichtigsten Wege aus der gegenwärtigen Wirtschaftskrise entwickeln könnte.

Im Laufe von vielen Jahrhunderten - zu Zeiten der Seidenstrasse - hatte Armenien aktive wirtschaftliche Verbindungen zu China und einen großen zivilisatorischen Anteil an der Etablierung der Seidenstraße.

Sie entsprang aus der chinesischen Stadt Xi’an und zweigte sich in zwei Richtungen ab - in den Norden und Süden. Die Chinesen nannten ihr Land Zhongguo, was in Chinesisch Zentrum und Universum bedeutet. China ist weltbekannt als die Heimat der Seide, des Papiers, des Schwarzpulvers und Tees. Die Chinesische Mauer gehört immer noch zu den Weltwundern und existiert in ihrer ursprünglichen Form. Übrigens wurde die Bauweise der Mauer auch von den armenischen Bauarbeitern oft benutzt. 

Der Handel entlang der Großen Seidenstraße begann im II Jh. v. Chr. zur Zeit des Imperators Han Wudi. Sein Vertrauter Zhang Qian schlug dem Imperator vor, Seide zu exportieren und gegen Pferde, Früchte, Wein und andere Waren einzutauschen.

Neben der Seide wurden auch Porzellan, Metallgeschirr, Reis, Tee, Kosmetika etc. exportiert. Importiert wurden im Gegenzug Pferde, Militärmontur, Gold, Silber, Halbedle Metalle, Leder, Wolle, Baumwollerzeugnisse, Löwen, Tiger, Jagdhunde etc..

Die Große Seidenstraße sorgte für einen gewaltigen Impuls, es wuchsen neben dem Warenumsatz auch die geographischen Marktgrenzen.

Heute erlebt die Seidenstraße Richtung Armenien ihre Renaissance. Der armenische Außenhandel könnte bis zu einem gewissen Grad verändert werden und zu einer Hauptrichtung in diesem Prozess könnten sich die chinesischen Waren entwickeln, meint der armenische Experte, Vorsitzender der Produzenten-Union Armeniens, Wazgen Safajan.

Die Hauptrichtung, die China an Armenien interessieren könnte - wäre das Buntmetall. Unter den nach China exportierten Waren, nehmen Molybdän- und Kupferkonzentrate einen großen Platz ein.

 

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