Deutschland übernimmt Verantwortung in der Arktisforschung?

Mittwoch, 28. September 2016

Erstmalig sind heute in Washington Vertreter der Forschungsressorts aus 22 Nationen zusammengekommen, um eine verstärkte Zusammenarbeit in der Arktisforschung zu verabreden

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Deutschland übernimmt die Leitung von zwei internationalen Vorhaben zur langfristigen Datenerhebung und zum verbesserten Datenaustausch, beides wesentliche Elemente für eine intensivere Zusammenarbeit.

Prof. Dr. Martik Gasparyan 

Prof. Dr. Alexander Sosnowski

Über viele Gebiete in der Arktis liegen noch wenig Informationen vor, hinzukommt, dass auch spärlich vorhandene Daten nicht allgemein zugänglich gemacht werden.

 "In der Arktis vollzieht sich derzeit ein schwerwiegender ökologischer Wandel, der auch weitreichende soziale und wirtschaftliche Auswirkungen haben wird", erklärte der für Deutschland teilnehmende Forschungsstaatssekretär Schütte. "Wir müssen gezielt Beobachtungslücken schließen und freien Zugang zu allen wissenschaftlichen Daten ermöglichen, um bessere Entscheidungsgrundlagen für den Schutz der Arktis zu haben." 

Im Rahmen ihrer Präsidentschaft im Arktischen Rat haben die USA erstmalig einen Gipfel der Wissenschaftsminister einberufen. Neben den Vertretern der acht arktischen Arktisanrainer-Staaten (Kanada, Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, Russland, Schweden und die Vereinigten Staaten) waren 14 weitere Länder eingeladen, die in der Arktisforschung besonders engagagiert sind (Frankreich, Deutschland, Polen, Spanien, Niederlande, Vereinigtes Königreich, Italien, China, Indien, Japan, Südkorea, Singapur, Neuseeland, und die Schweiz).

Es ist bekannt, dass sich der Arktische Rat zum Schlüsselorgan entwickelt hat, welches die Tagesordnung für die Region bestimmt. Die pragmatische und unpolitische Herangehensweise an die Arktis aufrecht zu erhalten, ist enorm wichtig. Es gäbe auch objektiv keine Gründe für Konflikte, geht man doch von Rohstoffvorkommen ausschließlich in den Einflussbereichen bestimmter Anrainerstaaten aus, welche auch von Niemandem in Frage gestellt werden. 

Einige Länder, äußerten sich besorgt über die Handlungen von Russland in der Region. Es wäre deshalb nicht verkehrt sich die Äußerung des US-Sondergesandten in Arktisfragen, Admiral Robert Papp, ins Gedächtnis zu rufen. Er meinte, Russland hätte allen Grund und jedes Recht seine Militärpräsenz in der Arktis zu verstärken, da die Nordpassage doch direkt entlang seiner Grenze verläuft. Es gibt keinerlei militärische Bedrohungen, die, zum Beispiel, der Aufmerksamkeit der NATO bedürften und die Arktis sollte auch weiterhin friedlich erschlossen werden.

 Deutschland gilt aufgrund seiner großen wissenschaftlichen Expertise unter anderem zur Entwicklung der Eisbedeckung in der Arktis und zum Meeresspiegelanstieg als ein wichtiger Teilnehmer des Treffens der Arktisforschungsminister im Weißen Haus. 

 

Quelle:BMBF / world economy

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