Deutschland, quo vadis?

Donnerstag, 9. Juni 2016

Offener Brief von Herrn Roland Ropers an Bundeskanzlerin Frau Angela Merkel

@depositphotos

„Die Wahrheit zuzeiten des Universalbetruges zu sprechen, ist eine revolutionäre Tat“ (George Orwell)

Wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit.“

(Dr. Angela Merkel am 16. Juni 2005)

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

wer in Ihre Führungskompetenz immer noch uneingeschränktes Vertrauen hat, muss Mitglied einer erschreckend wachsenden alzheimerisierten Gesell-schaft sein, die im On-Line-Modus der von Ihnen verordneten Wachstums-beschleunigung im Wachkoma dahinvegetiert und vom „homo sapiens“ zum „homo demens“ mutiert. 

Das geistig-kulturelle Niveau bewegt sich in Richtung Dschungelcamp-Qualität. Die Eliten in unserem Lande schauen widerstandslos zu. 

Der noch amtierende Bundespräsident und evangelische Pastor Joachim Gauck hat überhaupt nicht wahrgenommen, das unser Land alles andere als gesund ist. 

In der aktuellen SPIEGEL-Ausgabe vom 4. Juni d.J. gibt es eine vernichtende Analyse der CDU-CSU-Politik unter der Überschrift „Rache ist Weißwurst“ und in der letzten Wochenendausgabe der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG liest man in den „Szenen keiner Ehe“ aus der Feder des Co-Chefredakteurs Professor Dr.jur. Heribert Prantl, eines Befürworters Ihrer sehr fragwür-digen Flüchtlingspolitik, u.a. Folgendes: „Die Angriffspolitik der CSU gegen die CDU ist ein Erfolg der AfD, weil damit zwar in den Umfragen nicht die CSU, aber sehr wohl die Union insgesamt geschwächt wird...“

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,

Sie verändern in völliger Verblendung im Rahmen Ihrer Machtfülle die Bundesrepublik Deutschland und missbrauchen emotions- und gewissenlos die Masse gutgläubiger und unwissender Bürger. Wir befinden uns nicht mehr in einer Demokratie, sondern in einer Verwaltungsdiktatur. Im Zuge des digitalen Wahnsinns wird der Mensch in Zukunft von der Geburt bis zum Tod durch das irdische Leben fremdbestimmend navigiert – für die Machthaber von Wirtschaft, Politik und Medien dient der Mensch als funktionierender Sklave in einem Konsumgefängnis, wo er seines geistigen Reflektions-vermögens beraubt ist.

Ich komme sehr häufig an der sehr elitär geführten Akademie für Politische Bildung in Tutzing am Starnberger See vorbei und frage mich oft, inwiefern sorgt dieses Institut für eine qualifizierte und dringend notwendige Wissens-verbesserung. Nur einige Hundert Meter weiter befindet sich die ebenfalls elitäre Evangelische Akademie Tutzing - inmitten dieser zwei Akademien einer der schönsten Biergärten Deutsch-lands wo die berühmtesten Perso-nen aus Politik und Gesellschaft wiederholt zu Gast waren und sich mit ihren Autogrammen verewigt haben, u.a. auch die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel.

Die machtvollsten Medien sorgen dafür, dass die Bevölkerung beständig unter-halten und vom Wesentlichen abgelenkt wird.

Wer sich mit der Verbreitung von Wahrheit befasst, lebt auch hierzulande gefährlich.

Ich habe 15 Jahre in der bildschönen Berglandschaft des Tegernsees gelebt. Den meisten Bürgern ist bis heute nicht bewusst, dass dort im Mai 2005 die BILDERBERG-Konferenz stattfand.

Vom 9. - 12. Juni 2016 treffen sich nun die Mächtigsten der Welt auf der dies-jährigen BILDERBERG-Konferenz  im Taschenberg-Palais in  Dresden.

Zur gleichen Zeit beginnt die für die Masse viel wichtigere Fußball-EM in Frankreich. Das werden sehr kritische Juni-Tage. Ende Juni wird Papst Franziskus Armenien besuchen und den am ihnen begangenen Völkermord nochmals thematisieren.

In der aktuellen SPIEGEL-Ausgabe schreibt Jakob Augstein (1967 in Hamburg geboren) auf Seite 8: „Europa ist am Ende!“

Sie, sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, hatten im Jahr 2008 keine Krise ge-meistert, sondern die größten Bankräuber mit mehreren Hundert Milliarden gerettet. Ein Skandal. Und bis heute betreiben die Finanzjongleure und Raubtierkapitalisten ungehindert wie je zuvor ihr Spiel. Ihre Regierung hat überhaupt nichts dagegen unternommen.

Ihre barmherzig wirkende Flüchtlingsrettung ist ein Ablenkungsmanöver. Auch hier sprechen Sie nicht die Wahrheit.

Menschen sind auf der Flucht vor der Bedrohung von Waffen, die u.a. auch Deutschland in den Nahen Osten gelie-fert hat und noch immer liefert.

Kein Medium wagt es, den Rücktritt von Ex-Bundespräsident Horst Köhler im Mai 2010 genau zu beleuchten. Es geht nur noch um Quoten und Klicks. Das Geschäft lässt sich nur noch mit Boulevard-Sensationen verdienen. Wichtige Zusammenhänge werden kaum noch vermittelt.

„Die Welt wird von ganz anderen Persönlichkeiten regiert als diejenigen glauben, die nicht hinter die Kulissen blicken.“

(Englands Premierminister Benjamin Disraeli,  1804 – 1881) 

Seit 1954 treffen sich ca. 130 mächtige Personen aus Wirtschaft, Politik und Medien an einem geheimen Ort. In den letzten Jahren wurden diese Orte z.T. bekannt: Vom 5. - 8. Mai 2005 tagte die BILDERBERG-Konferenz in Rottach-Egern am Tegernsee. Unter den damaligen Teilnehmern u.a. Angela Merkel (damals nur CDU-Chefin), Bundeskanzler Gerhard Schröder, die konkur-rierenden Verlagschefs Hubert Burda und Matthias Döpfner (Axel Springer Konzern), Henry Kissinger, David Rockefeller, Otto Schily, Jürgen Schrempp (DaimlerChrysler), Klaus Kleinfeld (SIEMENS-Chef)

Gerhard Schröder erklärte Mitte Mai 2005, dass er keine Mehrheiten im Bundestag hat und Neuwahlen im Herbst möchte.  Angela Merkel erklärte Mitte Mai 2005 kurz nach der Äußerung von Gerhard Schröder, dass sie im Herbst als Kanzlerkandidatin antritt und die vorgezogene Wahl gewinnen wird.  Dies geschah plötzlich ohne Widerspruch anderer CDU-Partei-Größen, die noch wenige Wochen zuvor laut verkündeten, dass Angela Merkel auf keinen Fall als Kanzlerkandidatin bei den Neuwahlen im Spätsommer 2006 (dies wäre das reguläre Datum für Neuwahlen gewesen) in Frage käme.

Angela Merkel verkündete dann mit Ihrer Rede vom 16. Juni 2005, anlässlich einer Festveranstaltung zum 60jährigen Bestehen der CDU: 

 „Wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit.“

Dies war noch im August 2005 auf der Internet-Seite von Dr. Angela Merkel so nachzulesen – inzwischen ist dort die gesamte Rede nicht mehr zu finden. Sorgte die Rede und insbesondere der oben zitierte Satz für zu viel Aufsehen? Dabei hat Angela Merkel seinerzeit übersehen, dass Artikel 20 unseres Grund-gesetzes festlegt: Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

Wurde auf der Bilderberg-Konferenz im Mai 2005 am Tegernsee die poli-tische Neugestaltung in Deutschland beschlossen? Seit dem 22. November 2005 (6 Monate später) ist Dr. Angela Merkel Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland.

Im Jahr 1954 trafen sich die weltweit mächtigsten Männer zum ersten Mal unter der Schirmherrschaft der holländischen Krone und der Rockefeller-Familie im Luxushotel Bilderberg in dem kleinen holländischen Städtchen Oosterbeck. Ein ganzes Wochenende lang debattierten sie über die Zukunft der Welt. Im Anschluss daran beschlossen sie, sich jedes Jahr einmal zu treffen, um Ideen auszutauschen und internationale Angelegenheiten zu erörtern. Sie nannten sich Bilderberg-Club. Seither treffen sie sich jedes Jahr im Geheimen in einem anderen Luxushotel und bestimmen über das Schicksal der Menschheit. Zu den handverlesenen Mitgliedern gehören Präsidenten, Regierungschefs, hochrangige Politiker, Wirtschaftsbosse, Bankiers und die einfluss-reichsten Journalisten aus der ganzen Welt Die Bilderberger sind nicht einfach ein Zentrum mit einem starken Einfluss, sie sind eine geheime Weltregierung. Bei ihren jährlichen Treffen entscheiden sie unter strengster Geheimhaltung, welche ihrer Pläne wie umgesetzt und ausgeführt werden sollen.

Glücklich waren die Tegernseer Gebirgsschützen, dass ihr Ehrenmitglied Kurienkardinal Joseph Ratzinger im April 2005 als Papst Benedikt XVI. zum vatikanischen Glaubensmachthaber gewählt worden war. 

Die Bilderberg-Konferenz wenige Wochen später wurde so gut wie gar nicht wahrgenommen.

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,

ich erlaube mir, Sie an meinen Brief an Sie vom 14. Januar 2010 (Geburtstag von Albert Schweitzer, 1875 - 1965) zu erinnern: Die Entzauberung Ihres Führungsanspruchs

Sendung „Hart aber Fair“ am 13. Januar 2010

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

Deutschland entwickelt sich zu einem gespenstischen Irrenhaus. Das wurde in der gestrigen Sendung „Hart aber fair“ mehr als deutlich.  Sie sind abgetaucht in einen öffentlichkeitsfernen Palast des Schweigens, Ihr Außenminister und Duzfreund Dr. Guido Westerwelle tingelt fröhlich durch die Welt und ver-schwendet Steuergelder für aufwendige Reisekosten für derzeit unnötige Staatsbesuche. Westerwelle ruft zu einer „geistigen Wende“ auf, ohne zu wissen, was damit gemeint ist.

Das Land ist in jeder Hinsicht verwahrlost; kompetente Menschen haben sich fast ohnmächtig zurückgezogen, in weiser Erkenntnis, dass man das Kasper-theater der Politiker nicht mehr in vernünftige Bahnen lenken kann. Die Groß-banken setzen ihre kriminellen Finanztransaktionen fort. Denen haben Sie bis heute nicht Einhalt bieten können. Die soziale Armut wächst von Tag zu Tag. Der am 8. Mai 1932 in Dresden geborene Politikwissenschaftler und Zeit-historiker Arnulf Baring sprach in der gestrigen ARD-Sendung sehr überzeu-gend davon, dass die gegenwärtige Regierung sich auf einem Abdankungs-kurs befindet bzw. möglicherweise innerlich bereits abgedankt hat. Mit Ihrer „asymmetrischen Demobilisierung“ können Sie unser Land nicht retten. Das Haus brennt, und die Feuerwehrleute verweigern ihren Einsatz.

Deutschland versinkt allmählich in einem kultur-geistigen Sumpfgebiet, wogegen ein plötzlich vernichtender TSUNAMI geradezu harmlos ist.

Mit sorgenvollen Grüßen

Ihr

Ihre Sturheit und Ihr Wille zum Machterhalt stürzen Deutschland in eine Krise, deren Ausmaß gar nicht auszudenken ist. Sie werden erstaunlicher-weise von den Kirchenfürsten Kardinal Reinhard Marx und Landesbischof Bedford-Strohm unterstützt, die sich von Ihrer angeblichen christlichen Gesinnung blenden lassen.

Niemand wünscht sich in unserem Land einen Rechtsradikalismus, aber Ihre Fähigkeit zur Gestaltung einer langfristig tragfähigen Politik ist nicht mehr gegeben.

Der bayerische CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer betreibt seit Monaten einen Dauerstreit mit Ihnen; z.T. mit recht primitiven Erscheinungsformen in der Öffentlichkeit. 

Ihre Flüchtlingspolitik entwickelt sich nunmehr zu einem Täuschungs-manöver. Dem türkischen Diktator Erdogan bieten Sie Milliardenbeträge an, damit er uns den Invasionsstrom vom Hals lässt. Das ohnehin gebeutelte und gedemütigte Griechenland wird zur Aufnahme von Abertausenden von Flüchtlingen gezwungen – das Land wird in ein zusätzliches Elend gestürzt.

Dem Urbayern Seehofer ist vieles Wurscht. 

 Die speziellen Zulassungsbedin-gungen von Ex-Papst Benedikt XVI. zum „Tisch des Herrn“ hatten ihn  überhaupt nicht interessiert. Was er mit bajuwarischer Unver-frorenheit für seine Person durch-gesetzt hatte, wurde dem katho-lischen Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff von Papst Benedikt XVI. explizit verwehrt. 

Ob weiterhin Krieg und Zerstörung in der Welt herrschen, ist Horst Seehofer ebenfalls wurscht, Hauptsache die Rüstungsindustrie in Bayern floriert weiterhin, damit nicht Arbeitsplätze in Gefahr geraten. 

Und hierzu kommentierte Heribert Prantl bereits am 29. Juli 2014

Rüstungsexporte Bewaffnete Ehrlichkeit

Die Sorge um Arbeitsplätze rechtfertigt für Horst Seehofer tödliche Exporte: So unverfroren wie der bayerische Ministerpräsident hat schon lange nie-mand mehr moralische Bedenken beiseite geschoben. Von entwaffnender Ehrlichkeit spricht man oft, wenn einer unverblümt sagt, worum es ihm geht. Das hat Horst Seehofer getan. Er will, dass Deutschland seinen Spitzenplatz bei den Waffenlieferanten der Welt behält; es stört ihn nicht, dass ein großer Teil der Waffenexporte an zwielichtige Regimes geht. Es stört ihn deshalb nicht, weil an diesen Exporten einige Zigtausend bayerische Arbeitsplätze hängen. Das rechtfertigt, angeblich, die tödlichen Exporte. So unverfroren wie Seehofer hat schon lang niemand mehr moralische Bedenken weg-geräumt und die geltenden Richtlinien für Rüstungsexporte - sie sollen angeblich "einen Beitrag zur Sicherung des Friedens, der Gewaltprävention, der Menschenrechte und einer nachhaltigen Entwicklung in der Welt" leisten - quasi als Geschwätz deklariert. Entwaffnende Ehrlichkeit? In diesem Fall aber gerade nicht. Seehofer will bewaffnen: Er will, dass die Beteuerungen der Koalition, die Exporte einzuschränken, Beteuerungen bleiben. Alles soll so bleiben, wie es sich unter maßgeblicher Beteiligung der CSU ent-wickelt hat. Vor zwanzig Jahren hatte sie im Bundestag gefordert, "die viel-fältigen Bremsen" beim Rüstungsexport zu lockern - mit Erfolg. Die Folgen tragen nicht Seehofer und die CSU, sondern die Menschen, die dann (wenn sie Glück haben), vom Roten Kreuz und ihren Schwesterorganisationen verarztet werden.

Geht’s noch?

Die aktuelle SPIEGEL-Geschichte spricht für sich selbst.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass Sie bei weiterhin bedrohlicher Lage das sinkende Schiff bald verlassen und sich selbst retten. Ihre gewissenhafte Ver-antwortung für das Volk ist nicht erkennbar.

Mit erwartungslosen Grüßen

Roland R. Ropers

Die Meinung des Autors kann von der Meinung der Redaktion abweichen. Die Redaktion räumt dem Autor gemäß Artikel 5 des deutschen Grundgesetzes das Recht ein, seine Meinung frei zu äußern.