Das Attentat auf Wolfgang Schäuble - Daten und Fakten

Dienstag, 6. Oktober 2015

Vor 25 Jahren - Attentat auf Wolfgang Schäuble / dpa

Oppenau (dpa) - Das Attentat auf den CDU-Politiker und damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble am 12. Oktober 1990 im badischen Oppenau schockierte die Republik. Die wichtigsten Daten und Fakten zu den beteiligten Personen und dem Tatort im Überblick:

Das Opfer: Wolfgang Schäuble, heute 73, ist einer der mächtigsten Politiker Deutschlands. Er prägte in Spitzenpositionen die Bonner Republik ebenso wie den aktuellen Berliner Politbetrieb, diente den Regierungen Helmut Kohl und Angela Merkel (beide CDU). Seit 1972 sitzt der in Freiburg geborene Schäuble für den Wahlkreis Offenburg im Parlament. Er ist damit in der Geschichte der Bundesrepublik der am längsten amtierende Bundestagsabgeordnete. Seit 2009 ist er Bundesfinanzminister. Schäuble, verheiratet und Vater von vier Kindern, lebt in Offenburg.

Der Täter: Schäubles Attentäter stammt wie sein Opfer aus der Region, er war bereits vor dem Attentat in psychologischer Behandlung. Im Mai 1991 wurde er in Offenburg wegen des Schäuble-Attentats verurteilt. Weil das Gericht bei dem Mann einen Verfolgungswahn feststellte, wurde er in eine geschlossene psychiatrische Anstalt eingewiesen. Schäuble hat er später in Briefen und in einem Radiointerview um Entschuldigung gebeten. Noch heute ist er in Behandlung.

Der Leibwächter: Einer der Personenschützer Schäubles am Abend des Attentats warf sich in die Schussbahn, fing den letzten der drei Schüsse ab und rettete Schäuble damit mutmaßlich das Leben. Der Polizeibeamte starb 2004, im Alter von 42 Jahren, an den Folgen einer Krebserkrankung.

Der Tatort: Den traditionsreichen «Gasthof Brauerei Bruder» in Oppenau, in dessen Saal es zum Attentat kam, gibt es nicht mehr. Er wurde 2004 abgerissen. Heute steht an seiner Stelle ein Seniorenheim.