Willy Wimmer: “Ja, Deutschland schuldet der Welt etwas“

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Kommentar zum Artikel:''Schuldet Deutschland noch etwas?''

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Das steht im Grundgesetz. Danach müssen und sollen wir einen Beitrag zum Frieden in der Welt leisten.Dem kommen wir nicht nach, seitdem wir uns am Krieg gegen Jugoslawien beteiligt haben.
Das, was der polnische Gast sagte, ruft Reaktionen nicht nur in Deutschland hervor. Nachdem das kaiserliche Deutschland die Restitution des polnischen Staates 1916 erlaubte, war Polen im angelsächsischen Sinne ein „europäischer Schurkenstaat“ mit seinen Endlos-Kriegen gegen seine Nachbarn. In den zwanziger Jahren wurden in  Polen Forderungen laut, Polen bis Köln auszudehnen. Die Anerkennung der Oder-Neisse Linie als polnische Westgrenze war geknüpft an die europäische Perspektive der damaligen Europäischen Gemeinschaft, um die Grenzfrage einer akzeptierten Lösung zuzuführen, soweit das überhaupt möglich war. Podolski und Klose haben wesentlich dazu beigetragen, dass wir uns „mögen". 

Aber auch die beispiellose Liebe, mit der Polen das kulturelle Erbe deutscher Städte wieder aufgebaut hatte. Und, und, und... Will Herr K. ein Fass aufmachen, bei dem wir alle nur noch Opfer sein werden? Die polnische Bischofskonferenz hat dazu eigentlich alles gesagt. Wie katholisch ist eigentlich Herr K.? Wenn er diese Frage nicht beantworten sollte, muss er sich fragen lassen, ob er ärztliche Hilfe benötigt.

Willy Wimmer, Staatssekretär a.D.

Quellen:

Deutscher Bundestag „Völkerrechtliche Grundlagen und Grenzen kriegsbedingter Reparationen unter besonderer Berücksichtigung der deutsch-polnischen Situation“ / WD 2 – 3000 – 071/17 

sdpz.org/aktuelles/polens-staatssekretar-prof-krzysztof-szczerski-zu-gast-beim-gesprachskreis-polen-21cxHi

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