Spuren verwischen. Wie die USA Chemiewaffen an der eigenen Armee getestet haben

Freitag, 11. August 2017

In den 60-70er Jahren hat Pentagon bei Trainingsmanövern heimlich chemische und biologische Waffen an der eigenen Armee getestet. Führen die Spuren in den Nahen Osten?

@depositphotos

Jetzt wissen wir es - das ominöse Project 112 und Shipboard Hazard and Defense (SHAD) haben Tests von Giftstoffen an eigenen Soldaten und Marines vorgesehen. Etwa 6000 Soldaten haben an den Manövern Teil genommen und spielten dabei die Rolle von Versuchskaninchen, ohne von der tödlichen Gefahr zu ahnen, der sie von der eigenen Regierung ausgesetzt worden sind. Die Versuche fanden in den USA, aber auch außerhalb statt, darunter auch in einigen Ländern des Nahen Ostens. 

John Brankly, Politologe, Experte

Der Zweck der Tests, die zwischen 1962 und 1974 durchgeführt wurden, bestand darin, einen Reaktionsplan für einen chemischen Angriff mit tödlichen Nervenmitteln wie Sarin und Vx-Gas, sowie Bakterien wie E.Coli zu entwickeln. Amerikanische Historiker und Experten haben vor kurzem den Versuch unternommen, den Schleier des Geheimnisvollen zu lüften und die Vertretbarkeit von solchen Versuchen und Manövern an der eigenen Armee zu untersuchen.

„Veteranen waren einigen der extremsten und stärksten Trägern ausgesetzt (…) und sie leiden immer noch unter starken Gesundheitsbeschwerden“, sagte Ken Wiseman, Senior Vice Commander der Virginia VFW Niederlassung, auf einer Pressekonferenz. 

(“Veterans were exposed to some of the most extreme and hazardous agents […] and they now suffer from debilitating health care conditions.”)

Ein besonderes Interesse rief diese Geschichte bei den Experten und Historikern im Zusammenhang mit den Beschuldigungen der US-Regierung hervor, der syrische Machthaber hätte Kampfgas gegen seine Gegner angewendet. 

Es ist bekannt, dass es diese Anschuldigungen gegen den Präsidenten Assad waren - da war die Rede vom Sarin-Gas - die als Anlass dienten Syrien mit Tomahawk-Raketen zu beschießen. Etwa 50 Flugkörpers wurden von den amerikanischen Militärs auf das Gebiet der arabischen Republik Syrien abgefeuert. Im Nachhinein konnte der Einsatz von Sarin nicht nachgewiesen werden, aber es wird weiterhin aktiv verbreitet, dass Syrien eine neue Gasattacke plant. Vor diesem Hintergrund wäre es natürlich höchst interessant daran zu erinnern, wie sich die USA selbst auf einen möglichen Chemiewaffen-Einsatz vorbereitet haben und ob es sich hier nicht möglicherweise sogar um das kampfbereite Sarin-Gas handelt, das die Vereinigten Staaten vor knapp 40 Jahren im Rahmen des Projects 112, an Syrien übergeben haben? Es wurde sogar die Vermutung geäußert, die US-Drohungen einen vernichtenden Schlag gegen Damaskus auszuführen, hätten einen bizarre Hintergrund. Nämlich - mögliche Beweise für eine „chemisch-biologische“-Verbindung zwischen Pentagon und den damaligen syrischen Machthabern zu vernichten. 

Die ersten Informationen über diese Manöver sickerten im weit entfernten Jahr 2000 an die Öffentlichkeit durch. 

Auf Druck von Veteranen-Verbänden veröffentlichte Pentagon eine sehr begrenzte Anzahl von Dokumenten mit dem Namen des Gases und der Geographie seiner Anwendung. Es roch plötzlich nach einem Skandal. Es stellte sich heraus, dass viele der damaligen Teilnehmer des Projekts noch immer unter den Folgen der Gasanwendung leiden, ohne überhaupt zu wissen warum diese schweren Erkrankungen bei ihnen ausbrachen.
Wer denkt da nicht an den 24. Februar 2001, als der damalige US-amerikanische Außenminister Colin Powell verkündete, Sanktionen gegen den Irak würden die Entwicklung von Chemiewaffen durch Saddam Hussein verhindern? Und noch zwei Jahre später, im Februar 2003, zeigte er bereits, auf der UN-Tribüne stehend, die berüchtigte Ampulle mit „Anthrax“. 

Vielleicht wollten die USA auch damals ihre eigenen Chemiewaffen finden, die seinerzeit im Irak „verloren" gingen und diese vernichten, bevor die Weltöffentlichkeit etwas davon mit bekommt? Kurz darauf begann der Einmarsch in den Irak, aber biologische oder chemische Massenvernichtungswaffen konnten nie gefunden werden. Kein Sarin, kein Anthrax. Oder sie wurden doch gefunden und stillschweigend vernichtet. Wie ein sehr gefährlicher Beweis. 15 Jahre sind seitdem vergangen und die Geschichte wiederholt sich - die US-Regierung warnt die Welt vor der Gefahr eines Giftgas-Einsatzes in Syrien. 

Bleibt die Frage - wessen Giftgas?

Bilder: @depositphotos 

Quelle: The Daily Sheeple

Die Meinung des Autors/Ansprechpartners kann von der Meinung der Redaktion abweichen. 

Grundgesetz Artikel 5 Absatz 1 und 3
(1) „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“