Kalifornische Umweltbehörde Carb: VW-Abgasbetrug vermutlich kein Einzelfall

Dienstag, 7. März 2017

VW sei vermutlich kein Einzelfall, sagte die Carb-Chefin Mary Nichols bei einer Befragung durch den Abgas-Untersuchungsausschuss des Bundestages

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Die Prüfungen der Behörde, die im Gegensatz zum deutschen Kraftfahrtversicherung-Bundesamt eigene Labore unterhält, reichen im Fall VW bis ins Jahr 2012 zurück. Eigentlich seien VW Diesel in Kalifornien als sparsame Autos beliebt, sagte Nichols. Die Behörde glaubte, dass VW es geschafft hatte, "extrem gute Verbräuche" mit entsprechend niedrigen CO2-Werten bei gleichzeitiger Senkung der Stickoxid-Emissionen hinzubekommen. Die Tests bei VW hätten zunächst als Forschungsauftrag begonnen. Dann seien aber starke Abweichungen der NOx-Werte mit einer bis zu einer 40-fachen Überschreitung festgestellt worden, was die Carb zu intensiveren Tests veranlasste. Parallel hatten der Forscherverbund ICCT und die West Virginia University Tests an VW vorgenommen und 2014 ihren Bericht veröffentlicht.Bei der Einigung über Strafzahlungen musste VW die beanstandeten Autos nicht zu 100 Prozent in einen rechtskonformen Zustand bringen, sondern nur zu 85 Prozent. Dafür mussten VW etwa Gelder in einen Treuhandfonds zahlen, um andere Projekte zu finanzieren, so dass für die Umwelt unter dem Strich kein Nachteil entstehe. 

Ein Frühstück in einem Hotel in Beverly Hills

Nichols war am 14. April 2010 auch bei einem Treffen Schwarzeneggers mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dabei. Es habe sich um ein Frühstück in einem Hotel in Beverly Hills gehandelt, es sollte um Fragen des Klimaschutzes gehen. Nichols bestätigte dabei Vorgänge, die bereits durch die Presse gingen. Merkel hat sich demnach zu Beginn des Gesprächs über die strengen Abgasnormen in Kalifornien beklagt, die den deutschen Herstellern schadeten. 

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Quelle: hib - heute im bundestag Nr. 135

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