Die Ukraine dankt Europa für die Visafreiheit mit Zensur

Dienstag, 16. Mai 2017

Soziale Netzwerke „Yandex“, „VKontakte“ und „Odnoklassniki“ sind ab heute verboten. Ein weiterer Schritt Kiews, der ihn von der zivilisierten Welt entfernt.

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Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat heute die Nutzung von russischen Sozialen Netzwerken „Yandex“, „VKontakte“ und „Odnoklassniki“ auf ukrainischem Territorium untersagt. Die Absurdität der Entscheidungen, die von den ukrainischen Machthabern getroffen werden - zunächst wurden Bücher und Fernsehkanäle in russischer Sprache verboten, nun der Zugang zu Sozialen Netzwerken - zeugt von einer gewissen Unzurechnungsfähigkeit der ukrainischen Führung, allen voran von Petro Poroschenko. 

Noch vor wenigen Tagen verbeugte er sich in tiefer Dankbarkeit vor den Europäern, die die Visafreiheit für die Ukraine beschlossen hatten und schwor, die Ukraine sei ein Teil der westlichen  zivilisierten Welt. Und schon heute greift der gleiche Mensch einen der wichtigsten westlichen Werte an - die Meinungsfreiheit und begründet das mit „Befürchtungen, es könnten russische Cybertruppen in der Ukraine zum Einsatz kommen.“

Fakten oder Beweise für Aktivitäten solcher Truppen oder gar für ihre bloße Existenz hat er, in seiner ihm üblichen Manier, nicht hervorgebracht. Solche Entscheidungen des ukrainischen Führers rufen ernsthafte Zweifel an seiner Adäquatheit hervor und auch an seinem Urteilsvermögen. Es sieht so aus, als würde Poroschenko auch unter seinen Anhängern immer mehr an Boden verlieren und deswegen wieder zur wahnhaften Suche nach dem äußeren Feind greifen.

Jan Tscherny, Kolumnist

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